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Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin
 
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Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin [Taschenbuch]

Michael Degen
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 331 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch; Auflage: 1. Auflage (1. März 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548600514
  • ISBN-13: 978-3548600512
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 145.392 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Degen
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Ende der Dreißiger wurde es für die jüdische Familie Degen in Berlin gefährlich. Den Vater brachte man ins KZ Sachsenhausen, die Folgen der Mißhandlungen überlebte er nicht. Der ältere Sohn entkam nach Schweden. Dem noch nicht einmal zehnjährigen Michael und seiner Mutter blieb nichts anderes übrig als unterzutauchen, um den Krieg irgendwie zu überstehen. Das jahrelange Verstecken konnte nur gelingen mit tatkräftiger Unterstützung couragierter, nichtjüdischer Mitbürger, die damit häufig genug ihr eigenes Leben riskierten. Der Kommunist neben der russischen Aristokratin, die Oma mit ihren anschaffenden Töchtern, der sozialdemokratische Hühnerzüchter, der Freund von der HJ und noch einige andere bildete die bunt zusammengewürfelte Helferschar, ohne die kein Überleben möglich gewesen wäre.

Merkwürdig nur, in welchem Gegensatz die schlimmen Ereignisse zu deren Schilderung stehen. Bei Degen hat man häufig den Eindruck, der Krieg sei so etwas wie ein großer Abenteuerspielplatz gewesen, auf dem sich das Gros der harmlosen Deutschen tummelte, eingeschüchtert oder verführt von den Nazis. Sogar der Antisemitismus erscheint nur als Hitlers Privatkrieg gegen den Lieblingsfeind. Die Geschichten kommen meist daher wie ein Kaffeeklatsch über den kürzlichen Zoobesuch am Raubtiergehege und sind entsprechend verharmlosend und verklärend.

Degen meint es gut und will jenen ein Denkmal setzen, die im Kleinen den Kampf gegen das Naziregime aufgenommen haben. Es steht jedoch zu befürchten, daß gerade der "Blick des Jungen", mit dem das Buch geschrieben ist, genau jenen entgegenkommt, die im "Tausendjährigen Reich" alt genug waren, um selber Dreck am Stecken zu sammeln.

Michael Degen ist ein beliebter Schauspieler, aus Theater und Fernsehen wohlbekannt. Ich denke, auch mit seinen Kindheitserinnerungen wird er sein Publikum glänzend unterhalten. --Jürgen Grande -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Daß Degen nichts beschönigt, weder sein Handeln und Denken, noch das der anderen Personen, ist eine der Stärken des Buches.« DIE WELT
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Lachen ist wichtiger als Essen.", 17. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin (Taschenbuch)
Auch ich habe das Buch von Michael Degen gelesen, und war wie auch die Leser vor mir absolut begeistert. Michael Degen ist es meiner Meinung nach gelungen, seine Erlebnisse ohne Bitterkeit aufzuschreiben. Mit einem gewissen Abstand, fallen ihm auch wieder komische und skurrile Dinge ein, die einem das Lesen bei diesem ernsten Thema erleichtern.

Bewundernswert ist auch die Sprachgewandtheit Degens, mit der er die Zufluchtsstätten und ihrer Bewohner beschreibt. Charme, der nicht selten in Sarkasmus umschlägt, ermöglicht es zudem, die geschilderte Angst, Einsamkeit und Stille leichter zu ertragen und zu überspielen. Herr Degen unterscheidet in seinem Buch sehr genau zwischen denjenigen Menschen, die sein Leben bedrohten, und denen die ihm, aus welchen Gründen auch immer, geholfen hatten >>> Nicht alle waren Mörder. Wie ich nun des öfteren hörte, wurde Herr Degen jedoch nicht mit diesem Buch, seiner Erinnerungsarbeit, befreit, sondern betrübt indem die so schmerzhaft gewordenen Erinnerungen wieder lebendig wurden. Dennoch würde ich es als sehr schade empfinden, wenn das Buch nicht existieren würde, da es eins meiner Lieblingsbücher geworden ist und ich es nur weiter empfehlen kann.

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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sollte ich dich je vergessen...., 25. September 1999
"bis zum heutigen Tag werde ich das Gefühl der Minderwertigkeit nicht los, das ich als Kind eingeimpft bekam." Michael Degen, geboren 1932. Michael Degens Erinnerungen an seine Berliner Kindheit, an die Jahre zwischen 1942 und 1945 sind herzzereissende Bilder vom Kampf einer jüdischen Familie ums Überleben. Der gedächtnistrainierte Schauspieler nimmt mutig den Ariadnefaden ins Labyrinth der Erinnerung auf und erzählt: von seinem älteren Bruder, der gerade noch Deutschland verlassen konnte, vom Tod seines Vaters, der im KZ Sachsenhausen auf grausamste Weise gefoltert wurde und an den Folgen im Jüdischen Krankenhaus in Berlin starb. Er erzählt von Leuten - keineswegs ganz normalen, die ihn und seine Mutter auf den teils irrwitzigen Stationen des Lebens in Verstecken im Untergrund während der Berliner Bombennächte begleiteten. Zentrum seines Berichtes ist Degens Mutter Anna, deren Mut, Kraft und Lebensenergie sein Überleben ermöglicht haben, umgekehrt war er es, der seiner Mutter überhaupt den Willen dazu gab. Pointiert bis fast zur Unerträglichkeit sind Degens Schilderungen von Gratwanderungen existentieller Bedrohung - eine Mutter und 12-jähriger Sohn rennen um ihr Leben- die in beiden gleichwohl nicht die Fähigkeit des Lachens unter Tränen zerstört haben. Jeder Leser wird auf seine Weise und aufgrund der eigenen Biographie Verknüpfungen mit den Personen des Buches und ihrem Autor herstellen und niemand wird unberührt bleiben.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mitreißend! Unvergleichlich!, 11. Juli 2004
Von 
Mareike - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Nicht alle waren Mörder (Taschenbuch)
Am Anfang war ich etwas skeptisch, als ich gesehen habe, dass das Buch nicht in Kapitel unterteilt ist und statt dessen eigentlich auf 300 Seiten ununterbrochen erzählt wird.
Doch kaum hatte ich angefangen zu lesen, da war mir der Grund auch schon klar: man kann diese Geschichte beim Erzählen einfach nicht unterteilen - und genau so wenig kann man mit dem Lesen aufhören. Man wird in das Leben des kleinen Michael Degen hineingezogen und kann sich nicht trennen.
Ehrlich und ohne zu beschönigen (so kommen mir die schlimmen Bilder jedenfalls vor, aber ich weiß es natürlich nicht!) erzählt Degen von seiner Kindheit in Berlin, vom Tod des Vaters, und von seinem Leben mit der Mutter, das von Angst geprägt war: als Juden in Berlin während des Zweiten Weltkrieges überlebten die beiden oft nur auf Grund von großem Glück!
'Nicht alle waren Mörder' erzählt von Menschen, deren Leben durch das NS-Regime verändert wurde. Von Menschen, die skrupellos wurden, aber auch von denen, die entweder darunter litten, oder sogar ihr eigenes Leben riskierten, um anderen zu helfen.
Degen schafft es dabei, so anschaulich zu erzählen, dass man bald glaubt, die Personen des Buches zu kennen, was das Lesen noch spannender und emotionaler macht.
Es gibt so viele Bücher über diese Zeit, aber dieses Buch ist wirklich herausragend! Wenn man es mit einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ein Buch, das von Hoffnung in einer Zeit erzählt, in der es keine Hoffnung gibt.
Sehr bewegend - und garantiert eines von den Büchern, bei denen man sich am Ende fragt: Und was wurde aus ...?? (Mehr noch dadurch, dass hier von realen Personen erzählt wird!)
Nicht verpassen!
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