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5.0 von 5 Sternen
"Lachen ist wichtiger als Essen.", 17. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin (Taschenbuch)
Auch ich habe das Buch von Michael Degen gelesen, und war wie auch die Leser vor mir absolut begeistert. Michael Degen ist es meiner Meinung nach gelungen, seine Erlebnisse ohne Bitterkeit aufzuschreiben. Mit einem gewissen Abstand, fallen ihm auch wieder komische und skurrile Dinge ein, die einem das Lesen bei diesem ernsten Thema erleichtern.
Bewundernswert ist auch die Sprachgewandtheit Degens, mit der er die Zufluchtsstätten und ihrer Bewohner beschreibt. Charme, der nicht selten in Sarkasmus umschlägt, ermöglicht es zudem, die geschilderte Angst, Einsamkeit und Stille leichter zu ertragen und zu überspielen. Herr Degen unterscheidet in seinem Buch sehr genau zwischen denjenigen Menschen, die sein Leben bedrohten, und denen die ihm, aus welchen Gründen auch immer, geholfen hatten >>> Nicht alle waren Mörder. Wie ich nun des öfteren hörte, wurde Herr Degen jedoch nicht mit diesem Buch, seiner Erinnerungsarbeit, befreit, sondern betrübt indem die so schmerzhaft gewordenen Erinnerungen wieder lebendig wurden. Dennoch würde ich es als sehr schade empfinden, wenn das Buch nicht existieren würde, da es eins meiner Lieblingsbücher geworden ist und ich es nur weiter empfehlen kann.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sollte ich dich je vergessen...., 25. September 1999
"bis zum heutigen Tag werde ich das Gefühl der Minderwertigkeit nicht los, das ich als Kind eingeimpft bekam." Michael Degen, geboren 1932. Michael Degens Erinnerungen an seine Berliner Kindheit, an die Jahre zwischen 1942 und 1945 sind herzzereissende Bilder vom Kampf einer jüdischen Familie ums Überleben. Der gedächtnistrainierte Schauspieler nimmt mutig den Ariadnefaden ins Labyrinth der Erinnerung auf und erzählt: von seinem älteren Bruder, der gerade noch Deutschland verlassen konnte, vom Tod seines Vaters, der im KZ Sachsenhausen auf grausamste Weise gefoltert wurde und an den Folgen im Jüdischen Krankenhaus in Berlin starb. Er erzählt von Leuten - keineswegs ganz normalen, die ihn und seine Mutter auf den teils irrwitzigen Stationen des Lebens in Verstecken im Untergrund während der Berliner Bombennächte begleiteten. Zentrum seines Berichtes ist Degens Mutter Anna, deren Mut, Kraft und Lebensenergie sein Überleben ermöglicht haben, umgekehrt war er es, der seiner Mutter überhaupt den Willen dazu gab. Pointiert bis fast zur Unerträglichkeit sind Degens Schilderungen von Gratwanderungen existentieller Bedrohung - eine Mutter und 12-jähriger Sohn rennen um ihr Leben- die in beiden gleichwohl nicht die Fähigkeit des Lachens unter Tränen zerstört haben. Jeder Leser wird auf seine Weise und aufgrund der eigenen Biographie Verknüpfungen mit den Personen des Buches und ihrem Autor herstellen und niemand wird unberührt bleiben.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mitreißend! Unvergleichlich!, 11. Juli 2004
Am Anfang war ich etwas skeptisch, als ich gesehen habe, dass das Buch nicht in Kapitel unterteilt ist und statt dessen eigentlich auf 300 Seiten ununterbrochen erzählt wird.
Doch kaum hatte ich angefangen zu lesen, da war mir der Grund auch schon klar: man kann diese Geschichte beim Erzählen einfach nicht unterteilen - und genau so wenig kann man mit dem Lesen aufhören. Man wird in das Leben des kleinen Michael Degen hineingezogen und kann sich nicht trennen.
Ehrlich und ohne zu beschönigen (so kommen mir die schlimmen Bilder jedenfalls vor, aber ich weiß es natürlich nicht!) erzählt Degen von seiner Kindheit in Berlin, vom Tod des Vaters, und von seinem Leben mit der Mutter, das von Angst geprägt war: als Juden in Berlin während des Zweiten Weltkrieges überlebten die beiden oft nur auf Grund von großem Glück!
'Nicht alle waren Mörder' erzählt von Menschen, deren Leben durch das NS-Regime verändert wurde. Von Menschen, die skrupellos wurden, aber auch von denen, die entweder darunter litten, oder sogar ihr eigenes Leben riskierten, um anderen zu helfen.
Degen schafft es dabei, so anschaulich zu erzählen, dass man bald glaubt, die Personen des Buches zu kennen, was das Lesen noch spannender und emotionaler macht.
Es gibt so viele Bücher über diese Zeit, aber dieses Buch ist wirklich herausragend! Wenn man es mit einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ein Buch, das von Hoffnung in einer Zeit erzählt, in der es keine Hoffnung gibt.
Sehr bewegend - und garantiert eines von den Büchern, bei denen man sich am Ende fragt: Und was wurde aus ...?? (Mehr noch dadurch, dass hier von realen Personen erzählt wird!)
Nicht verpassen!
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