Am Anfang war ich etwas skeptisch, als ich gesehen habe, dass das Buch nicht in Kapitel unterteilt ist und statt dessen eigentlich auf 300 Seiten ununterbrochen erzählt wird.
Doch kaum hatte ich angefangen zu lesen, da war mir der Grund auch schon klar: man kann diese Geschichte beim Erzählen einfach nicht unterteilen - und genau so wenig kann man mit dem Lesen aufhören. Man wird in das Leben des kleinen Michael Degen hineingezogen und kann sich nicht trennen.
Ehrlich und ohne zu beschönigen (so kommen mir die schlimmen Bilder jedenfalls vor, aber ich weiß es natürlich nicht!) erzählt Degen von seiner Kindheit in Berlin, vom Tod des Vaters, und von seinem Leben mit der Mutter, das von Angst geprägt war: als Juden in Berlin während des Zweiten Weltkrieges überlebten die beiden oft nur auf Grund von großem Glück!
'Nicht alle waren Mörder' erzählt von Menschen, deren Leben durch das NS-Regime verändert wurde. Von Menschen, die skrupellos wurden, aber auch von denen, die entweder darunter litten, oder sogar ihr eigenes Leben riskierten, um anderen zu helfen.
Degen schafft es dabei, so anschaulich zu erzählen, dass man bald glaubt, die Personen des Buches zu kennen, was das Lesen noch spannender und emotionaler macht.
Es gibt so viele Bücher über diese Zeit, aber dieses Buch ist wirklich herausragend! Wenn man es mit einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ein Buch, das von Hoffnung in einer Zeit erzählt, in der es keine Hoffnung gibt.
Sehr bewegend - und garantiert eines von den Büchern, bei denen man sich am Ende fragt: Und was wurde aus ...?? (Mehr noch dadurch, dass hier von realen Personen erzählt wird!)
Nicht verpassen!