wintersale15_finalsale Hier klicken mrp_family studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Bauknecht TK EcoStar 8 A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

2,6 von 5 Sternen83
2,6 von 5 Sternen
Format: BroschiertÄndern
Preis:5,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 18. September 2003
Tut mir leid, aber dem allgemein guten Urteil hier kann ich mich gar nicht anschließen. Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm und den Klappentext las, dachte ich mir: Na ja, etwas kurz, hört sich aber gar nicht schlecht an. Nachdem ich es aber gelesen habe, hat sich meine Meinung um 180 Grad gedreht. Das Thema ist zwar gut und sicher nicht aus der Luft gegriffen, aber die Umsetzung ist schlicht und ergreifend MIES. Tut mir leid, aber wenn ich einen Sohn hätte und dieser mir erzählen würde, er sei von einem Klassenkameraden mit einem Messer angefallen worden, würde ich ihm schon Glauben schenken. Welche halbwegs normalen Eltern würden das einfach so ignorieren und ihren Sohn auch noch ohne irgendetwas zu hinterfragen oder nachzuforschen der Lüge bezichtigen? Überhaupt finde ich dieses Buch sehr klischeehaft. Keiner glaubt dem armen, armen Niklas, nicht einmal die Lehrerin, die sich in den Stereotyp vom "armen, unschuldigen Neuen in der Klasse" verbeißt und den psychopatischen Karl bedingungslos in Schutz nimmt. Für keine seiner Aktionen wird irgendwann ein Motiv ersichtlich, die Handlung ist eintönig und langweilig, und man hat den Eindruck, die Autorin hat das Buch nur geschrieben, um ein Werk über ein topaktuelles Thema zu liefern, obwohl sie offensichtlich weder Lösungsvorschläge noch die genauen Gefühle der Mobbingopfer zu kennen scheint. Was mich außerdem gestört hat, ist, dass alle Personen total farblos und fade wirken. Nicht einmal ihr Aussehen wird beschrieben, geschweige denn der Charakter. Man kann sich überhaupt nicht in das Buch hineinfühlen, alles wirkt irgendwie grob hingeworfen, ohne irgendwelche Details und anderen Kleinigkeiten, die solche Geschichten erst realistisch machen.
Und außerdem: Nehmen wir einmal an, ein Mobbingopfer kauft dieses Buch. Was hilft es ihm, außer,dass er nachher noch deprimierter über seine Lage wäre, weil alle Szenen in dem Buch ungemütlich und traurig sind und es keinen einzigen Lichtblick gibt, irgendeine heitere Szene oder wenigstens eine Andeutung davon? Von diesem Buch war ich wirklich enttäuscht. Aus dem Stoff hätte man so viel machen können.
33 Kommentare50 von 53 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juni 2009
Das Buch ist z.Zt. Gegenstand des Deutschunterrichts (7.Kl.), mein Sohn hat es bereits gelesen, und ich hab es aus Neugier auch eben gelesen. Und ich war lange nicht mehr so verstört nach einem Buch, das kenne ich sonst nur von Kafka! Das liegt zum einen an dem offenen Ende und zum anderen daran, dass alle im Buch handelnden Erwachsenen entweder wie ahnungslos-naive Toren oder wie Komplizen (wider Willen) dargestellt werden. Polizei, Lehrer, Eltern, niemand sieht richtig hin. Ist das wirklich so, Frau Boie? Ist das der Grund für Winnenden, Erfurt und Co?
Was denkt sich ein (fast) Dreizehnjähriger? Aha, der Stärkere setzt sich durch. Kein schöner Gedanke. Den Aufbau mit den beiden Zeitebenen finde ich gut und gebe deshalb trotzdem noch 3 Sterne. Vielleicht ist es die Hauptaufgabe des Buches, Gespräche zum Thema in Gang zu setzen.
0Kommentar4 von 4 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. März 2013
Wir, eine 7. Klasse, haben uns mit dem Jugendbuch "Nicht Chicago, nicht hier" von Kirsten Boie befasst. Die Klasse hatte geteilte Meinungen zu dem Roman. Ich persönlich finde das Buch sehr interessant. Wir haben uns mit dem Buch intensiv auseinander gesetzt und konnten es so im Laufe der Zeit besser verstehen. Das Buch ist komplizierter als andere Jugendromane aufgebaut, da sich darin viele Zeitsprünge befinden. Diese sind manchmal irritierend, machen das Buch aber auch sehr anregend.
Die Autorin hat sich darin mit dem Thema Mobbing beschäftigt, was zum Nachdenken anregt. Das Ende, welches offen bleibt, macht das Buch noch einmal ein wenig spannender. Man wünscht sich, dass das Mobbing endlich ein Ende findet, weiß aber nicht, ob das passiert. Im Großen und Ganzen spricht mich der Roman sehr an. Da die Geschichte sehr kompliziert geschildert und sie schwer zu verstehen ist, kann ich leider statt 4 (von 5) nur 3 Punkte vergeben. (ohne Namenangabe)

Das Buch "Nicht Chicago, nicht hier" von Kirsten Boie ist nach meiner Sicht sehr gut, jedenfalls der Inhalt. Es ist sehr spannend gemacht, doch das Ende erfüllt nicht ganz meine Erwartungen, da es auf eine Fortsetzung hindeutet, die es aber nicht gibt. Das Buch endet also echt unbefriedigend. Fazit: Inhalt gut, Ende schlecht. (Laura O.)

In dem Roman "Nicht Chicago, nicht hier" werden Mobbing und Jugendgewalt thematisiert. Die einzelnen Szenen auf den 120 Seitenn sind oft zu ausführlich und zu trocken ausformuliert. Die Umgebung ist bildlich/räumlich nicht gut beschrieben.
Der Schluss erfüllt nicht die Verstellung eines guten Endes, und das Buch könnte immer weiter fortgeführt werden (Johanna H.)

Als Deutschlehrerin kann ich den Roman für eine 7. oder 8. Klasse sehr empfehlen. Der Unterricht mit dieser Lektüre gestaltet[e] sich ergiebig, vielseitig und gehaltvoll - die Schüler zeigten sich durchgehend betroffen, interessiert und engagiert. Die Widerstände gegen die diskontinuierliche Erzählstruktur und das offen bleibende Ende (s.o.) sind/waren voraussehbar und haben textübergreifende Diskussionen zum Verhältnis Autor-Leser und zum Anspruch von Literatur überhaupt ermöglicht, wie sie im weiteren Literaturunterricht in der Mittel- und Oberstufe noch oft zur Sprache kommen dürften.
Hildegard Funhoff
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. April 2014
Das Buch „Nicht Chicago, nicht hier" von Kirsten Boie handelt von einem Jungen
namens Niklas, der von seinem neuen Mitschüler Karl gemobbt wird. Dabei wird
immer wieder aufgezeigt, dass es aus dieser schwierigen Situation für Niklas
eigentlich kaum einen Ausweg gibt.
Gut gefallen hat uns die Tatsache, dass wir durch das Buch zum Nachdenken
angeregt worden sind. Besonders unser Verständnis und Mitgefühl für
Mobbingopfer konnte dadurch gefördert werden.
Außerdem fanden wir den kurzen Umfang des Werkes sehr ansprechend.
Schade war allerdings, dass durch das Buch der Eindruck vermittelt wurde, dass
es keine Lösung für die Probleme von Mobbingopfern geben würde.
Des Weiteren ist zu befürchten, dass das Werk „Nicht Chicago, nicht hier" auch
als Anleitung zum Mobbing missbraucht werden könnte.
Besonders unzufrieden waren wir mit dem Aufbau der Kapitel, da diese durch
Formulierung in zwei unterschiedlichen Zeitformen teilweise sehr verwirrend für
uns waren.
Abschließend würden wir das Buch nicht weiter empfehlen. Wir sind der Meinung,
dass es heutzutage aktuellere und ansprechendere Literatur zum Thema Mobbing
gibt. Da man derzeit versucht offener und aufgeklärter mit dem Thema
umzugehen, gibt es mittlerweile Lösungsansätze um Mobbingprobleme in der
Schule besser in den Griff zu bekommen. Die Aussage des Buches „Nicht
Chicago, nicht hier" wirkt auf uns veraltet und kann nicht vollständig auf die
heutige Situation übertragen werden.
11 Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Februar 2006
Mir hat das Buch "Nicht Chicago. Nicht hier" nicht gefallen. Das Buch wird für die Klassenstufen 6-8 empfohlen. Natürlich können die Schüler in diesem Alter mit der Sprache des Buches umgehen - der Lerneffekt dürfte jedoch nicht sehr hoch sein. Die Sprache ist so gehalten 'wie man wirklich spricht', das wird jedoch derart übertrieben, so dass die Umgangssprache schon nervig erscheint.
Zum Thema Gewalt: Natürlich sollten sich Schüler damit auseinandersetzen und natürlich sollte auch so Gewalt unter Schülern reduziert werden. Meiner Meinung nach kann dies jedoch nicht in Verbindung mit diesem Buch geschehen. Hier wird Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung ausgedrückt. Die Eltern glauben ihren eigenen Sohn zuerst nicht, was sehr beängstigend wirkt. Dieses Buch soll wohl erkennbar machen, dass auch mal die 'Bösen' gewinnen - wie im wirklichen Leben. Ich halte dies jedoch für maßlos übertrieben. Ich denke, dass gerade gewaltbereite Kinder durch dieses Buch zu noch mehr Gewalt angeregt werden. Das Buch vermittelt den Eindruck, dass egal was ein Kind für Untaten begeht, es ja sowieso nicht wirklich bestraft wird und die meisten an der Nase herumführen kann.
Mein Fazit daher: Ich verstehe nicht, weshalb das Buch von vielen Pädagogen empfohlen wird. Persönlich würde ich von einem Kauf bzw. einer Behandlung abraten.
0Kommentar36 von 42 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2014
Inhalt:

Niklas ist 13 Jahre alt und wird von einem Mitschüler dauernd schikaniert. Leider gibt es nie Zeugen, denn Karl ist sehr vorsichtig. Doch was ist sein Motiv? Es gibt keines. Niklas ist verzweifelt, denn er sieht keinen Ausweg mehr und weiß nicht wie er sich wehren soll. Sogar seine Eltern und die Lehrer können ihm nicht helfen, bis zu dem Tag an dem sein Vater sagt "Wir sind doch nicht in Chicago" und Anzeige bei der Polizei stellt.

Meine Meinung:

Gewalt ist in der heutigen Zeit leider ein viel zu großes Thema und auch die Jugend schreckt nicht davor zurück. Als Eltern ist man hier viel zu oft einfach machtlos und Kirsten Boie will mit diesem Buch dieses Problem aufzeigen.
Doch es ist meiner Meinung nach nicht so richtig gelungen. Eine unendliche Geschichte von Vorfällen vom Anfang bis zum Ende, doch ein richtiges Ende gibt es nicht. Wie im richtigen Leben, denn auch dort enden solche Fälle nie.
Ich finde das Thema zwar gut gewählt, aber die Umsetzung etwas unglücklich. Man kann sich als Leser oder wie in meinem Fall als Hörer sehr schwer in den Hauptprotagonisten hineinfühlen.
Was mich auch ziemlich gestört hat war, dass Niklas seine Eltern mit Namen angeredet hat und nicht mit Mama und Papa. Das hat mich am Anfang richtig verwirrt und ich wusste nicht von wem die Rede war.
Sehr positiv sind die beiden Sprecher Philipp Baltus und Bernd Stephan. Mit ihren weichen und sympathischen Stimmen setzten die beiden das Hörbuch richtig gut in Szene.
Ein richtiges Ende würde der Geschichte nicht schaden, oder zumindest so etwas wie eine Zusammenfassung wie es weitergeht und endet.

Mein Fazit:

Ein brisantes Thema, das leider etwas unglücklich umgesetzt wurde.
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2009
Da meine Nichte den Roman derzeit in ihrer Klasse (Stufe 7) behandelt, habe ich ihn selbst gelesen und bin ziemlich entsetzt. Der Plot lässt sich folgendermaßen umreißen: Niklas, ein schüchterner und ausgegrenzter Junge wird zum Opfer des Mobbers Karl, eines neu in seine Klasse gekommenen Jungen. Karl drangsaliert seinen Mitschüler auf extreme und menschenverachtende Weise, ohne jedoch greifbare Anhaltspunkte zu hinterlassen. So findet Niklas weder bei seinen Eltern noch seinen Lehrern Glauben, sodass er Karls Angriffen schutzlos ausgeliefert ist.

Was mich sehr an diesem Buch gestört hat, ist der defätistische Verlauf der Geschichte. Nirgend auch nur der kleinste Hoffnungsschimmer. Zudem sind Karls Attacken maßlos übersteigert, nehmen krankhafte und psychopathische Züge an, werden in Surreale übersteigert. Es scheint fast, als hätte Boie Lust an der Schilderung von ungehemmter Grausamkeit gefunden. Auch der Beschluss des Buches bleibt unsicher und desillusioniert. Sowohl Karl als auch Niklas werden eindimensional und farblos, in einer starren Täter-Opfer-Beziehung, dargestellt.

Mein Fazit: Wer mit den tiefsten Abgründen der menschlichen Natur konfrontiert werden und in düsteren Klagen über die Bosheit der Welt versinken möchte, möge dieses Buch gerne lesen. Als Schulbuch ist es denkbar ungeignet, weil es niemandem wirklich nützt: Weder den Mobbern, die Karls Grausamkeiten als unrealistisch und maßlos übertrieben abtun und sich somit nicht aufrütteln lassen werden, noch den Gemobbten, die in diesem Roman keine Hilfestellung, noch nicht einmal den geringsten Ansatz eines Trosts finden. Den Motiven des Mobbings wird nur ansatzweise nachgespürt, die Motivation des Täters nicht beleuchtet. Somit eignet sich der Roman nur sehr bedingt als Schullektüre, da er wenige Denkansätze vermittelt und den Leser zwar erschrecken, aber nicht nachdenken lässt.
Es mag sicher Menschen geben, die Lehren aus diesem larmoyanten Buch ziehen können, aber das werden unter Garantie diejenigen sein, die es am wenigsten nötig haben, weil sie sich nicht in einer vergleichbaren Sitaution befinden.

Darüber, ob die Welt oder zumindest die Schule ein derartiges Buch braucht, maße ich mir kein Urteil an. Für mich steht lediglich fest, dass ich es nicht brauche!
0Kommentar12 von 14 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 14. Juni 2013
"Kein Mensch ist einfach nur böse. Einfach nur so. Es kann Karl nicht geben." Aber es gibt ihn doch, diesen Karl. Den neuen Klassenkameraden von Niklas, der sich so abweisend und seltsam verhält. Der ihm auf der einen Seite bei einer Partnerarbeit hilft, so dass der in Geschichte schwache Niklas einen zweier für seine Hausarbeit bekommt. Der ihn auf der anderen Seite bestiehlt, bedroht, erpresst und terrorisiert. Einfach so?

Warum sollte der Junge das tun, fragt die Mutter. "Hier ist doch nicht Chicago" fügt sie hinzu. "Nicht Chicago, nicht hier" ist die Geschichte einer Gewaltspirale, die sich, scheinbar ohne Grund, um den zwölfjährigen Niklas entwickelt. Der lernschwache, unauffällige Junge wird Ziel der Gewaltexzesse des neuen Mitschülers Karl.

Die Kürze des Buches lässt dem Leser nicht viel Raum zum Verschnaufen. Boie beginnt mit Drohungen, die Niklas im Geiste formuliert: "Ich bring ihn um, ich schwör, ich mach ihn tot". Die Verzweiflung die den Jungen zu solchen Sätzen treibt, wird im Lauf der Handlung verständlich, die in zwei Zeitebenen erzählt wird. Beginnend mit dem Verschwinden von Niklas Kaninchen, das wie er vermutet von Karl aus dem Käfig gelassen wurde. Danach wird abwechselnd aus der Zeit vor und nach dem "Kaninchen" berichtet.

Karls Taten bleiben ungesühnt. Niklas kann nichts von dem beweisen, was er dem Mitschüler vorwirft und seine Anschuldigungen klingen in den Augen seiner Eltern, der Schwester und der Klassenlehrerin wie Ausreden. Karl hat überdies immer glaubwürdige Erklärungen für die vermeintlichen Missetaten. Niklas Wut und Ohnmacht sind bald zuviel für den Jungen. Als die Eltern ihm endlich glauben und mit ihm zur Polizei gehen, rät diese von einer Anzeige ab. Ohne Beweise steht Aussage gegen Aussage. Auch die Eltern sind nun hilflos und verzweifelt. Man leidet und verzweifelt mit. Sie entscheiden sich dann aber doch für eine Anzeige.

Das Ende bleibt offen. Niklas öffnet den Brief vom Gericht und beendet den Roman in Gedanken wie er ihn begonnen hat: "Ich bring ihn um, ich schwör, ich mach ihn tot". Das ist für mich die einzige Schwäche, dieses ansonsten packenden Jugendbuches. Das es keine Lösung, keine Hoffnung, nicht einmal einen Hoffnungsschimmer bietet. Boie zeigt auf, wie sich eine Gewaltspirale entwickeln kann. Aber sie zeigt keinen Ausweg. Für mich stellte sich daher die Frage, was fangen jugendlichen Leser damit an? Bücher sind für mich auch immer Hilfsmittel mögliche Wege, vielleicht auch Auswege zu zeigen. Hier gibt es nichts, woran man sich festhalten, worauf man hoffen kann. Das ist mir dann doch ein bisschen zu wenig "hier" und zuviel "Chicago".
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 9. Juni 2013
Irgendwo in Deutschland wird ein dreizehnjähriger Junge von einem neu hinzugezogenen Klassenkameraden terrorisiert. "Karl ist neu hierher gezogen, in den Ferien. Habt ihr euch noch nicht getroffen, Niklas? Er wohnt bei euch im Ort.", so sprach Frau Römer, die Lehrerin, und hatte gleich noch die herrliche Idee, dass die beiden doch gemeinsam arbeiten könnten. Um die Verwirklichung sicherzustellen, beauftragt sie die Klasse mit einer Partnerarbeit, und ordnet Niklas an, diese Arbeit mit dem Neuen durchzuführen. Auch wenn das Ergebnis dieser gemeinschaftlichen Arbeit eine für Niklas' Verhältnisse gute Note ist, einen Beigeschmack gibt es. Bereits beim ersten Besuch von Karl bei Niklas verschwindet eine CD von Niklas' Schwester. Hat Niklas sie nur verlegt oder steckt Karl dahinter? Dabei bleibt es aber nicht. Die Situation eskaliert.

Erzählt wird die Geschichte in zwei parallel verlaufenden Zeitsträngen. Der eine spielt im hier und jetzt als die Lage sich bereits zugespitzt hat, und sogar das Kaninchen von Niklas verschwunden ist. Der andere rollt die Vergangenheit auf, beginnend ab dem Tag als Niklas und Karl das erste Mal aufeinander treffen. Klar unterscheidbar sind die jeweiligen Fragmente durch unterschiedliche Schrifttypen, wobei die Vergangenheit etwas fetter gedruckt ist.

Die Geschichte gewinnt durch diesen Kunstgriff, dass Vergangenheit und Gegenwart sich abwechseln. Ansonsten wäre noch offensichtlicher wie einspurig die Handlung aufgebaut ist. Mit überschaubarem Personal. Die Eltern, die Schwester, die Lehrerin, Niklas, Karl, ein Kumpel namens Rocky und ein paar Randfiguren. Hat Niklas denn keine anderen Verwandten oder Freunde? Was ist mit den anderen Jungen und Mädchen in seiner Klasse? Kein Verein? Kein Nachbar? Wirklich niemand sonst, an den er sich wenden kann? Und dann Rocky mit seiner Tasche voller Waffen. Das ist doch völlig weltfremd, dass so ein junger Mensch an eine Pistole kommt.

Besonders irritierend fand ich jedoch die Eltern. In der gesamten Geschichte ist immer nur von Thomas und Karin die Rede. Ist das heutzutage so üblich? Aber trotz dieses scheinbar kumpelhaften Verhältnisses von Eltern und Kindern, glauben sie ihrem Jungen zunächst keine seiner Erklärungen. Schlimmer noch, obwohl der Vater zwischenzeitlich selbst seine Erfahrungen mit Karl und dessen Eltern gemacht hat, obwohl er das Verschwinden des Kaninchens miterlebt hat, obwohl er die Belästigungen durch die Telefonanrufe miterlebt hat, obwohl er Anzeige gestellt hat, bringt er es in einem Gespräch mit der Lehrerin nicht fertig, Frau Römer all dies zu erzählen, um sie zu überzeugen, und sich auf die Seite seines Sohnes zu stellen! Da wundert es nicht, dass die Eltern andauernd von einer Fangschaltung reden, aber nichts in Gang setzen. Ob eine Fangschaltung wirklich "Hunderte von Mark" (27) kostet, vermag ich nicht zu beurteilen, aber sie hätten doch wenigstens einen Anrufbeantworter benutzen können, um normale Anrufe von den Belästigungen zu filtern. Ich habe jedenfalls nur den Kopf geschüttelt über diese Eltern, und insbesondere über den Vater, der nicht nur vor der Lehrerin, sondern auch vor anderen Personen sein Rückgrat vergisst und seinen Sohn dadurch verrät. Schlimm, wirklich schlimm.

Daneben hat mich noch eine Kleinigkeit gestört, die mir etwas unlogisch erschien im zeitlichen Ablauf. Der Neuzugang kam nach Ostern (13). Ziemlich am Ende des Buches steht das Gespräch zwischen der Lehrerin und dem Vater, in welchem es neben Karl auch um die schulischen Leistungen von Niklas geht. Diese haben sich so verschlechtert, dass sie dem Vater einen Wechsel zur Realschule nahelegt. Ist das wirklich realistisch, dass ein Leistungsabfall, der innerhalb solch kurzer Zeit passiert, derartig drastische Folgen haben soll? Eigentlich müsste diese Frau Römer ihre Schüler doch besser kennen! Oder ist wirklich schon mehr als ein Jahr vergangen? Dann würde ich mich aber über die Handlungen der Eltern wundern ... um auf das Thema Fangschaltung zurückzukommen.

Ausserdem ist es schade, dass die Neuauflage nicht mit einer ÜBERARBEITUNG verbunden wurde:
Irgendwo in Deutschland ... so beginnt der Klappentext. Irgendwo im HIER UND HEUTE. Das zumindest stimmt schon mal nicht. Dass Kirsten Boie dieses Buch schon vor längerer Zeit geschrieben hat (August 1999), merkt man unter anderem an einem technischen Gerät, das in der Geschichte eine Rolle spielt: ein Quix. Ich musste den Begriff erst einmal googeln, um zu erfahren, dass es sich hierbei um einen Pagerdienst gehandelt hat, der in Deutschland von 1995 bis 2000 betrieben wurde.

Alles in allem wundere ich mich, welche Literatur heutzutage in Schulen gelesen und diskutiert wird. Nicht nur, dass ich einige Punkte unrealistisch fand, zB die Waffen bei einem Minderjährigen. Nicht nur, dass Niklas' Eltern mich nicht beeindrucken konnten. Vor allem ist die Geschichte meiner Meinung nach zu bedrückend, ohne jeglichen Hoffnungsschimmer und mit der völlig falschen Botschaft versehen, dass gewalttätige Kinder sich am Ende dank ihrer Lügen durchsetzen. Keine Leseempfehlung von meiner Seite.

Alternative: Evil - Das Böse: Roman von Jan Guillou
0Kommentar9 von 11 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Februar 2006
Das Buch handelt von Niklas, der von dem neuen in seiner Klasse, Karl terrorisiert wird.
Seine Eltern glauben Niklas anfangs nicht, wieso sollten Eltern anderen Kindern mehr glauben als ihren eigenen? Und dann werden sie auch noch als gute Eltern hingestellt?
Als sie im nach einiger Zeit und scheinbarne Beweisen doch glauben, kann wieder die Polizei gar nichts tun? Wozu hat man sie dann? Und wieso schicken seine Eltern Niklas immernoch normal zur Schule und lassen ihn auch sonst wohin gehen, wenn sie doch wissen, was los ist? Es ist doch absolut unrealistisch, dass bei solch einem "Verbrechen" alle Beteiligten ohnmächtig sind!
Außerdem kommt hinzu, dass das Buch in zwei Zeitebenen spielt, von denen eine so lanweilig ist, dass sie wirklich nur dazu da ist, das trotzdem noch zu kurze Buch, etwas länger zu machen.
Alles, wovon dieser Zeitbereich handelt, ist, dass Niklas´ Vater nur wieder und wieder zum Polizeiamt geht und wieder und wieder nichts geschieht.
Dann kommt noch hinzu, dass während dem ganzen Buch immer nur die gleiche Situation geschildert wird, es veändert sich nichts. es beginnt damit, dass Niklas terrorisiert wird, und es hört damit auf. Das einzige, was diese fade Stimmung ändern hätte können, wäre, wenn zumindest am Schluss noch gesagt wird, wie es aufhört, und genau da, ist es plötzlich aus. Der Brief vom Gericht kommt-Ende.
Ich finde es sehr schade, dass solche Bücher dann so oft in der Schule gelesen werden.
0Kommentar16 von 20 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden