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Nicht Anfang und nicht Ende. Roman einer Rückkehr
 
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Nicht Anfang und nicht Ende. Roman einer Rückkehr [Gebundene Ausgabe]

Plinio Martini , Trude Fein
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Einer der erstaunlichsten Romane, die in der Schweiz je geschrieben wurden. Und schliesslich gibt es in der neueren Literatur nur wenige Liebesgeschichten von der Behutsamkeit und Verhaltenheit der Geschichte von Gori und Maddalena." (Neue Zürcher Zeitung)

Kurzbeschreibung

Der grosse Klassiker aus dem Tessin Hunger, Armut und Allgegenwärtigkeit des Todes treiben Gori um 1927 aus dem kargen Alltag im Maggiatal ins ferne Kalifornien. Zurück lässt er seine erste Liebe, Maddalena, seine Familie und Freunde. Zwanzig Jahre später kehrt Gori, geplagt von nicht endendem Heimweh, in seine Heimat zurück und findet nichts mehr, wie es war. Maddalena ist tot, die Mutter behindert und der Vater alt und gebrechlich geworden. Die in der Ferne ersehnte Heimat ist selbst fremd geworden. Plinio Martini, der 1979 verstorbene Tessiner Autor, schildert wirklichkeitsnah und mit von unterdrücktem Zorn vibrierender Sprache das Leben der armen Bauern aus dem Maggiatal. «Einer der erstaunlichsten Romane, die in der Schweiz je geschrieben wurden. Schliesslich gibt es in der neueren Literatur nur wenige Liebesgeschichten von der Behutsamkeit und Verhaltenheit der Geschichte von Gori und Maddalena.» Neue Zürcher Zeitung

Der Autor über sein Buch

(Autorenkommentar -- Freitext bis 1.000 Wörter)

Über den Autor

Plinio Martini wurde 1923 in Cavergno im Maggiatal geboren. Er arbeitete als Volksschullehrer in Cavergno und Cervio. 1951 trat er zum ersten Mal mit der Gedichtsammlung «Paese così» hervor, zwei Jahre später veröffentlichte er «Diario forse d’amore». «Il fondo del sacco» ist sein erster Roman. Im Limmat Verlag sind von ihm «Requiem für Tante Domenica» und «Fest in Rima» lieferbar. Plinio Martini starb 1979.

Auszug aus Nicht Anfang und nicht Ende Roman einer Rückkehr von Plinio Martini. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

«Maddalena, mir ist, als träumte ich.»
«Oh, wenn ich schlafe, weckt mich nicht, lasst mich nicht schlafen, wenn ich wache!», rezitierte sie, und als ich sie verständnislos ansah, erklärte sie mir, das wäre aus einem Theaterstück, das sie in der Schule gelesen hätten. Ich machte ein finsteres Gesicht, und sie fragte:
«Was hast du, Gori?»
«Dass ich so dumm bin – das habe ich.»
«Du bist nicht dumm, Gori. In der Schule warst du immer der Erste.»
Sie sah zur Hütte hinüber, streckte die Hand aus und strich mir leicht übers Haar. Ich wurde rot bis zum Nabel.
«Und wir haben das ganze Leben vor uns», sagte sie.
«Ein schönes Leben, du hier und ich in Kalifornien! Ich schlafe keine Nacht, weil ich immer daran denke.»
«Was für ein Dummkopf du doch bist!», sagte sie.
«Das weiß ich. Aber sogar wenn dein Vater uns helfen wollte – würde dir ein Mann gefallen, der erst das eine sagt und dann etwas anderes tut?»
«Nein, bestimmt nicht. Aber ein Dummkopf bist du trotzdem.» Sie streichelte der Kuh das Maul. «Die ist nicht böse, nicht wahr?»
«Nein, nur blöd – wie der Melker.»
Sie lachte fröhlich. «Natürlich bist du blöd. Es ist dir nie eingefallen, dass eine Frau auch nach Kalifornien auswandern kann.»
«Maddalena!», schrie ich.
«Du musst weitermelken, Gori, sonst merken die anderen etwas.»
«Was mir schon an den anderen liegt ...» Aber ich gehorchte und melkte langsam weiter, um die Zeit hinauszuziehen.
«Es gibt auf der ganzen Welt kein Mädchen wie dich, Maddalena», sagte ich. «Keine einzige. Aber dein Vater?»
Die Schatten wurden länger. Ich sah ihr Profil in dem goldenen Abendlicht, das sie ganz einhüllte. Ein leichter Wind erhob sich. Sie fröstelte ein wenig und zog die dicke Wolljacke, die sie um die Schultern geworfen hatte, über der Brust zusammen.
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