Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchst bemerkenswerte Tatsachen, 7. Januar 2004
Von Ein Kunde
Wie alle Werke von Charles Dickens, prangert auch dieses Buch die sozialen Mißstände in der Blütezeit des englischen Bürgertums, im "Victorianischen Zeitalter" ,an. Die Familiensituation der Nicklebys verändert sich abrupt durch den Tod des Vaters. Der Witwe bleibt nicht viel anderes übrig, als sich an ihren Bruder in London zu wenden. Sie bittet ihn für ihre Tochter Kate und ihren Sohn Nicholas um Hilfe. Der Onkel bringt Nicholas so schnell wie möglich in dem Wackford Squeer's Institut als Lehrer unter. Dieses Institut nahm Kinder und Jugendliche gegen eine geringe Gebühr auf, warb damit, daß die Zöglinge in den Ferien im Haus bleiben konnten und zog Profit aus der Angelegenheit,indem die jungen Menschen so gut wie nicht mit Lebensmitteln, Arznei und ähnlichem versorgt wurden. Eine gute Angelegenheit für Eltern und Vormünder, die ihre Kinder loswerden wollten. Der Protagonist Nicholas erfährt sehr bald die Wirklichkeit des Schulalltags. Hatte die Werbung des Instituts von "adeligen jungen Herren" gesprochen, so sah Nicholas jetzt:" Bleiche, hagere Gesichter, dürre, knochige Gestalten, Kinder mit Greisengesichtern, Krüppel mit Eisenspangen an den Gliedern...". So schmerzlich die Situation auch ist, sie ist in dem vollendeten, leicht ironischem, spritzigen Ton, der so typisch für Dickens ist, geschrieben. Die Personenbeschreibungen gleichen mitunter einem sprachlichen Feuerwerk. Mr. Squeer's zum Beispiel:"...hatte nur ein Auge, und vorurteilsvoll, wie wir sind, gefallen uns zwei Augen besser" (S. 40). Dieser Roman bewirkte nicht nur hitzige Diskussionen zu dem Thema Schulen; es kam gar zu Schließungen einiger Institute (Nachwort, S. 984). Ein wirklich bemerkenswertes Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fragmentarische Lesung, 1. Juni 2006
Nicholas Nickleby ist einer der ganz großen Romane von Dickens und Hans Paetsch ist ganz bestimmt einer meiner Lieblingssprecher, welcher auch diesen Text in gewohnt hervorragender Manier vorträgt. Die Aufsprache wurde jedoch ursprünglich für den Rundfunk produziert und musste dort in Programmschemata passen, was zu erheblichen Kürzungen geführt hat.
Im Radio wird dieser Mißstand dadurch behoben, dass der Moderator den Hörer über entstehende Lücken hinwegführt, indem er den fehlenden Text zusammenfaßt und in geschnittenen Passagen vorgestellte Personen vorstellt, Ereignisse nacherzählt und auch sonst den Zusammenhang der Handlung herstellt.
.
Der Verlag hat sich dieser Mühe nicht unterzogen, sondern einfach die Sentenzen nacheinander lieblos auf CD geklatscht.
Daher handelt es sich hier um eine inkonsistente Aneinaderreihung verschiedener Passagen des Gesammttextes.
Plötzlich tauchen ganz selbstverständlich Personen auf, von denen der HÖrer nie gehört hat und handeln munter vor sich hin. Ereignisse werden angedeutet, die im text sicher einigen Raum eingenommen haben, nicht ganz unwichtig sind, jedoch dem Hörer ob der Kürzung eben vorenthalten wurden.
Gerade der Leser, der an Dickens besonders die liebevolle Art schätzt, wie er seine Figuren zeichnet, wird daher hier nicht auf seine Kosten kommen und wer den Text genießen will, sollte midestens das Buch vorher gelesen haben oder - noch besser - bei offenkundigen Sprüngen die Lesung anhalten und die fehlenden Passagen selbst nachlesen.
Daher bestenfalls 3 Sterne, allerdings nur für Hans Paetsch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Actionreiche Sozialkritik, 11. August 2008
Nach Die Pickwickier und Oliver Twist packte Charles Dickens auch in seinem dritten Roman ein brennendes soziales Thema an: eine billige Landschule, in der die Kinder von einem fiesen Rektorenpaar malträtiert werden. Als Vorbild dienten Dickens die zu seiner Zeit verbreiteten Yorkshire Schools. An eine dieser Schulen kommt der mittellose Nicholas Nickleby als Aufseher. Der herzensgute junge Mann kann die barbarischen Erziehungsmethoden nicht mit ansehen, geht handgreiflich gegen den Rektor vor und flieht schließlich zusammen mit einem Schüler nach London. Mehr als einmal durchkreuzt er in der Folge die üblen Machenschaften seines reichen Onkels, der Nicholas Schwester Kate den Avancen unverschämter Geschäftsfreunde aussetzt. Hilfe erhält Nicholas vom schrulligen Schreiber seines Onkels und von den Cheeryble-Brüdern, die ihm eine üppig dotierte Stellung verschaffen. Am Ende wird alles gut: Nicholas und seine Vertrauten sichern sich ihr Einkommen und obendrein wird geheiratet. Dickens würzt sein Gesellschaftsporträt des 19. Jahrhunderts mit vielen haarsträubenden Zufällen und grotesken Charakteren. Auch wenn die Kritik Nicholas Nickleby bis heute nicht zu den Glanzleistungen von Charles Dickens zählt, kam und kommt der Roman beim Publikum vorzüglich an.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|