Wenn es wirklich einmal Drachen gegeben haben sollte, dann genau in dieser Gegend, im Siebengebirge. Die Landschaft um Königsstein herum hat etwas Mystisches. Kein Wunder, dass dort das Nibelungenlied spielt und dass es einen Drachenfels gibt.
Aber auch vor solch schöner Kulisse gibt es etwas so Profanes wie Mord. Eine erschlagene blonde Frau liegt in einer der vielen Höhlen, die Drachenhöhlen genannt werden. Und eine blonde Frau ist kurz vor der Feier zu ihrem 40. Geburtstag verschwunden. Der Verdacht, dass es sich um ein und dieselbe Frau handelt, drängt sich auf, ist aber falsch. Die Sache ist viel komplizierter.
Der Ehemann der verschwundenen Frau hat eine langjährige Geliebte, die Malerin Romina. Hat sie die Widersacherin beseitigt?
Kommissar Jan Seidel ermittelt, ist dabei aber allzu sehr von seinem Privatleben abgelenkt. Verständlich, weil seine geplante Hochzeit in der letzten Minute geplatzt ist, aber dennoch nicht gerade förderlich für den Fall. Da ist seine Großmutter wesentlich pfiffiger.
Ich fand die Idee, das Nibelungenlied in eine Krimihandlung einzubinden, gut. Auch die Umsetzung hat mir gefallen. Der Krimi ist gut geschrieben und spannend.
Auch die Themen Selbständigkeit im Alter und erste Liebe zwischen Teenagern sind stimmig in die Handlung integriert.
Lediglich der Hauptcharakter Jan Seidel ist mir zu blass geblieben. Dafür hat mir seine Großmutter Edith gut gefallen, denn ich stimme ihr darin zu, dass man viel über einen Menschen erfährt, wenn man sich den Inhalt seines Regals ansieht.