Der Privatgelehrte Heinz Ritter-Schaumburg geht in diesem Werke der Historizität der Nibelungensage nach. Er bringt den überzeugenden Beweis, daß es sich bei der Thidrekssaga nicht um eine Märchensammlung handelt sondern tatsächlich um eine ursprünglich deutsche Chronik, die die Begebenheiten des 5./6. Jahrhunderts, wie sie sich im norddeutschen Raume zutrugen mit großer Genauigkeit wiedergibt, daß also dieses Werk (und auch die Didriks-Chronik) nicht fantastischer Art ist, sondern daß es sich hier um eine Quelle frühdeutscher Geschichte handelt. Jacob Grimm trauerte einst was für ein Jammer es sei, daß die "carmina antiquissima", die Karl der Große bekanntlich sammeln ließ, uns verloren gegangen seien. Nun, hier, in der Thidrekssaga haben wir sie!
Nahezu sämtliche Ortsangaben der Thidrekssaga werden aufgefunden. Die Tatsache, daß sich alles mühelos und ungezwungen zu einem großen, harmonischen Bilde zusammenfügt ist ein klares Indiz dafür, daß Ritter-Schaumburgs Forschungen der Wahrheit erstaunlich nahe kommen, wesentlich näher zumindest als irgendein Forscher vor ihm.
Das Ergebnis ist überwältigend: Sigfrid, Hagen, Brünnhilde, König Attala, Dietrich von Bern usw. waren historische Gestalten, die in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts im heutigen Rheinland, West- und Ostfalen wirkten.
Durch den - bislang unwiderlegten - Nachweis der Tatsächlichkeit dieser Geschehnisse wird der Nibelungenuntergang erst recht in ein grausames Licht gerückt. Gleichsam gewinnen wir einen Einblick in unsere Geschichte des 5./6. Jahrhunderts.
Jedem, der ein Interesse an deutscher Frühgeschichte hat ist dieses Werk wärmstens zu empfehlen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bevor die Monumenta Germaniae Historica die Didriks-Chronik und Thidrekssaga als Teil ihrer Sammlung herausgeben. Heinz Ritter-Schaumburgs Arbeit, die er in jahrelanger Mühe mit Bienenfleiß zusammentrug, kann nicht hoch genug gelobt werden.