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Die Nibelungen. Nach alten Quellen neu erzählt [Illustriert] [Taschenbuch]

Linde Gerwin , Baal Müller , Stephan Grundy
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2005
Das Nibelungenlied ist das bedeutendste und vielschichtigste literarische Werk des deutschen Mittelalters. Äußerlich ein höfisches Epos der staufischen Epoche, wurzelt es inhaltich in der Völkerwanderungszeit und weist in den tragenden Chrakteren sowie in seiner Symbolik auf den altgermanischen Mythos zurück.

Letzterem gilt das Interesse von Baal Müller. Er schaut gleichsam hinter das Visier des Ritterromans und sieht überall Zeugnisse eines noch fortlebenden germanischen Heidentums; dabei gelingt es ihm, das Nibelungenlied auf eine völlig neuartige, fast archetypische Weise zu erzählen - aus der Sicht des alten Hildebrand sowie eines einäugigen Schamanen, der jenem Schutz und Herberge gewährt.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 188 Seiten
  • Verlag: Arun; Auflage: 1 (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935581637
  • ISBN-13: 978-3935581639
  • Größe und/oder Gewicht: 30,2 x 21,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 225.140 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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5.0 von 5 Sternen Verborgenes Heidentum im Nibelungenlied 8. Juli 2005
Seit seiner Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert wurde das Nibelungenlied auf verschiedenste Weise neu bearbeitet: mit wissenschaftlicher Akribie übersetzt, frei nacherzählt oder - meist unter Rückgriff auf die nordische Tradition (Edda, Wälsungen- und Thidrekssaga) - im Sinne einer großen mythischen Gesamtschau weitergedichtet (vor allem von Hebbel und Wagner).
Ein besonderes Problem stellte dabei die Spannung dar, die zwischen seiner poetischen Form als höfischem Epos des Hochmittelalters und seinen in die heidnisch-germanische Vorzeit zurückreichenden Motiven und Charakteren besteht: Während das pagane Erbe in den skandinavischen Nibelungendichtungen unverkennbar ist (weshalb sich "Neuheiden" und Autoren, denen dieser Aspekt besonders am Herzen lag, vorzugsweise an der nordischen Überlieferung orientierten), lebt es im deutschen Nibelungenlied eher auf eine untergründige Weise fort.
Baal Müllers Verdienst bei seiner Neubearbeitung besteht nun darin, diese heidnischen Relikte in den Vordergrund gerückt und in einer frei, aber stimmig erfundenen Rahmenhandlung zugleich auch interpretiert zu haben (ohne dabei jedoch dogmatisch und pädagogisch-belehrend aufzutreten). In dieser Rahmenhandlung greift Müller auf die Erzählsituation des Hildebrandsliedes zurück (Dietrich von Berns Waffenmeister Hildebrand ist nach dem Untergang der Burgunden an Etzels Hof ins ostgotische Italien zurückgekehrt und hat dort im Zweikampf seinen Sohn töten müssen) und läßt Hildebrand das teils selbst erlebte, teils nur mittelbar vernommene Schicksal der Nibelungen einem alten Einsiedler - der deutliche Züge Odins trägt - berichten.
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5.0 von 5 Sternen Die Sage nach alten Quellen NEU erzählt 3. August 2005
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Keine deutsche Sage ist so bekannt und doch so unbekannt. Wer weiß schon um den Sagenstoff und die Quellen, um die Handelnden und um den wahren Kern und den Geist, welcher die Sage bis heute durchdringt und fühlbar wird, wenn man das richtige Buch in Händen hält. Wenn man zusätzlich auch noch mit brillanten Illustrationen von Linde Gerwin zum Sagenstoff konfrontiert wird, ist der Erfolg absehbar...

Es gibt nur wenige Bücher, welche mich wirklich faszinieren. Dieses Buch einer außergewöhnlichen Sage tut es, insbesondere natürlich, da mir die Bilder der Künstlerin Linde Gerwin augenblicklich an Herz gewachsen sind.
Die neue Übertragung der alten Sage „Die Nibelungen" von Baal Müller ist als durchweg gelungen zu bezeichnen, da ihm etwas gelungen ist, was nur wenige vermögen: den Sagenstoff an neuzeitliche Gegebenheiten anzupassen, ohne ihn zu verfälschen.
Den Inhalt der Sage werde ich hier nicht im Einzelnen wiedergeben, denn es sollte ihn so gut wie jeder kennen, dennoch werden selbst die, welche meinen sie kennen ihn, überrascht sein von der Dichte und der Vielfalt der Bilder, welche den kompletten Sagenstoff umgeben und ihn bilden.
Zu den Bildern von Linde Gerwin ist nur soviel zu sagen, sie sind von einer ungewöhnlichen Intensität, einer archaischen Strömung, welche tief in unseren Herzen etwas berührt und von einer Lebendigkeit, als wenn die Sage erst wenige Jahre alt wäre.
Die Nibelungen spiegeln, wie wohl kein anderer Sagenstoff, den Zustand der deutschen Befindlichkeiten und ihres Seelenlebens wider. Von Schöpfung bis zur totalen Zerstörung finden sich alle Elemente wieder, welche uns seit Jahrtausenden prägen.
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