Ni No Kuni ist ein Titel, der in Erinnerung bleiben wird. Man durchlebt eine interessante Geschichte um liebenswürdige Figuren, die allerdings von einigen kleinen Schwächen getrübt wird.
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Der magische Begleiter
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Der zentrale Punkt des Spiels ist der sogenannte "magische Belgeiter". In diesem Buch finden sich alle nur erdenklichen Informationen zur Spielwelt. Von den Zaubersprüchen und Alchemierezepten über ein Monster- und Waffenkompendium bis hin zu Gebiets- und Handlungsinformationen bietet es alles, was man über die Welt von Ni No Kuni wissen muss - und noch einiges mehr.
Anfangs noch mit großen Lücken behaftet, füllt sich das Buch im Laufe des Spiels mit immer mehr Inhalt.
Das Konzept des magisches Begleiter als zentrale Informationsquelle gefällt mir außerordentlich gut. Das Buch beantwortet viele Fragen und offenbart nebenbei auch so manche Geheimnisse, die man sonst wohl verpassen würde. Das Nachschlagen im Buch sollte daher am besten keine bloße Nebentätigkeit bleiben. Wer das Buch gründlich zur Recherche nutzt, der findet gegnerische Schwächen, versteckte Gebiete in den Karten, Rezepte zur Gegenstandsherstellung und viele weitere nützliche Informationen, die einem das Leben erheblich einfacher machen.
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Die Welt
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Die Welt von Ni No Kuni ist liebevoll gestaltet und bietet mit grünen Wiesen, strahlend gelben Sandwüsten und winterlich-weißen Schneegeieten viel Abwechslung. Die verschiedenen Gebiete werden dabei klassisch mit fortschreitender Spieldauer zugänglich. Dort gibt es neben zu sammelnden Pflanzen und Objekten auch mehr oder weniger versteckte Gebiete, die nicht so offensichtlich zu erkennen sind. Wer über Entdeckerdrang verfügt, sollte hier auf seine Kosten kommen.
Neben der von Monstern bevölkerten Oberwelt bereits man auch Städte, in denen man auf die zahlreichen Nebenfiguren trifft.
Monster und Vertraute sind in großer Zahl vertreten und ebenso abwechslungsreich, was noch dadurch verstärkt wird, dass jeder davon auch noch drei Entwicklungsstufen hat.
Auch Waffen, Schilde und Zauber gibt es in großer Anzahl und Variation, sodass einiges an individueller Gestaltung möglich wird.
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Die Aufmachung
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Optisch ist Ni No Kuni komplett in einem Zeichentrickstil gehalten und wie das gesamte Spiel sehr kindlich aufgemacht. Aufwändige Grafikpracht sollte man nicht erwarten, aber das ist hier auch gar nicht nötig. Die gesamte Welt ist sehr liebevoll und abwechslungsreich gestaltet und der Stil passt sehr gut zur Geschichte.
Auch bei der Musik kann man (fast) nur lobende Worte finden. So ziemlich überall wird man von orchestraler Musik begleitet, die der ganzen Welt zusätzlich Atmosphäre gibt. Dabei hat jeder Abschnitt der Welt sein eigenes musikalisches Thema mit Wiedererkennungswert.
Einzig die Kampfmusik, die in jedem Kampf dieselbe ist, treibt einen durch die ständige Wiederholung irgendwann dazu, sich rostige Nägel ins Ohr zu rammen. Es wäre allerdings zu schade, die Musik in den Optionen komplett abzuschalten, denn dann würde einem auch der ansonsten wunderschöne Soundtrack entgehen.
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Die Figuren
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Die Hauptfiger Oliver ist der stereotype Held mit reinem Herzen, der sich aufopfernd für die Belange anderer einsetzt und die Bedürfnisse anderer immer über seine eigenen stellt. Ähnlich sieht es mit seiner Begleiterin Esther aus.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Hauptfiguren Kinder sind, nehme ich es nicht übel, dass sie als Charaktere eigentlich zu aalglatt und zu gutmütig sind. An der ein oder anderen Stelle wird's so klischeehaft, dass der Kitsch schon fast aus dem Fernseher tropft.
Sonderlob möchte ich für den Begleiter Tröpfchen aussprechen. Allein die englische Sprachausgabe mit dem (schottischen? irischen?) Akzent ist so klasse, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzuhören. Tröpfchen geizt nicht mit Humor, wird zuweilen gar sarkastisch, ist aber letztlich immer hilfsbereit und beratend zur Stelle.
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Das Gameplay
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Zwei Dinge erwarten einen in Ni No Kuni besonders häufig: Dialoge und Kämpfe.
Die Interaktionen mit NSCs sind meistens auf Texteinblendungen reduziert, während wichtige Ereignisse der Haupthandlung oft als vertonte Zwischensequenzen zu sehen sind.
Leider muss man auch für uninteressante und offensichtliche Begebenheiten mitunter viel Text ertragen. Viele Nebenaufgaben drehen sich um "gebrochene Herzen" und wenn man dafür jedes mal noch um die 20 Texteinblendungen wegdrücken muss, fängt das irgendwann an zu nerven. Zusätzlich bekommt man sehr viele Dinge vorgekaut. Irgendwann ist mir als Spieler schon klar, welchen Zauber ich an einer bestimmten Stelle wirken muss. Der Begleiter schaltet sich trotzdem fast überall noch dazwischen, um einen wieder per Texteinblendung darauf hinzuweisen, dass man doch bitte $OFFENSICHTLICHSTEN_ZAUBER_DER_SPIELEGESCHICHTE wirken soll.
Hauptaugenmerk aus spielerischer Sicht sind natürlich die Kämpfe. Dabei wird es auf dem normalen Schwierigkeitsgrad durchaus anspruchsvoll und man kann das ein oder andere Mal schonmal ins virtuelle Gras beißen. Trotz der kindlichen Aufmachung ist das Spiel daher vom spielerischen Anspruch eher weniger für kleine Kinder geeignet.
Über die Oberwelt streifen die unterschiedlichsten Monster. Den meisten Kämpfen kann man ausweichen, wenn man es will, indem man den Monstern einfach aus dem Weg bzw. aus dem Sichtfeld geht. Jedes Monster sowie die eigenen Begleiter haben bestimmte Zauber zur Verfügung sowie bestimmte Stärken und Schwächen (Feuer, Wasser, Licht, etc.), was man auch bei der eigenen Ausrüstung bedenken sollte. Wenn man z. B. im Schneegebiet unterwegs ist, ist ein Feuer-Schwert besonders nützlich.
Die Kämpfe an sich finden in Echtzeit statt, wobei man die eigene Figur zwar frei bewegen, ihr aber ansonsten nur Befehle geben kann (Angriff, Verteidigung, Zauber A, Zauber B, etc.), die diese dann eigenständig ausführt. Jeder Befehl nimmt eine bestimmte Zeit in Anspruch, während derer man keine Kontrolle über die Figur hat. Man kann die meisten Befehle aber auch jederzeit abbrechen.
Schon bald bekommt man Begleiter an die Seite gestellt, die dann ebenfalls an den Kämpfen teilnehmen. Man kann sich dann während des Kampfes aussuchen, wen man selbst steuern möchte.
Dummerweise ist die Begleiter-KI so intelligent wie zwei Scheiben Toastbrot. Es treibt einen in den Wahnsinn. Die Begleiter weichen gegnerischen Angriffen nicht aus und setzen zuweilen nicht mal ihre Vertrauten ein, sondern lassen sich stattdessen verprügeln. Mana wird verballert solange es verfügbar ist. Schwächen und Stärken der Gegner werden nicht berücksichtigt. Zauber werden zu den sinnlosesten Zeitpunkten und in nicht nachvollziehbarer Stärke eingesetzt: Ein Gegner, der noch ~10 Lebenspunkte hat, bekommt von einem KI-Begleiter gerne mal einen kostenintensiven Zauber reingedrückt, der über 200 Schadenspunkte anrichtet. Man kann zwar grobe Taktikeinstellungen vornehmen, leider gehen die aber nicht sehr ins Detail. Es wäre z. B. nützlich, Begleitern bestimmte Zauber zu verbieten; das geht aber nicht. Mann kann festlegen, dass ein Begleiter gar nicht zaubern darf, aber das gilt dann eben für alle Sprüche, und dann entgehen einem wiederum auch die nützlichen Zauber. Häufig habe ich von einem Gegner nur deshalb auf die Fresse bekommen, weil KI-Esther es für nötig hielt, einen Buff-Zauber zu wirken, der leider neben seinem eigentlich positiven Effekt dafür sorgt, dass man für ein paar Sekunden bewegunsunfähig ist. Es nervt.
Man ist durch die KI gezwungen, immer wieder zwischen den Figuren hin und her zu wechseln, weil sie es nicht hinbekommen, Dinge zu tun oder zu unterlassen, die für den Spieler offensichtlich sind.
In den Städten kann man Nebenmissionen annehmen, die einem besondere dauerhafte Boni einbringen können. Das sollte man auch tunlichst tun, damit man langfristig in den Kämpfen nicht untergeht. Leider sind die Nebenmissionen auf Dauer nicht sehr abwechslungsreich. Häufig muss man gebrochene Herzen nach Schema F heilen oder NSCs bestimmte Gegenstände besorgen.
Nachdem man das Spiel durchgespielt hat, bekommt man noch einmal neue Nebenaufgaben und Monsterjagden. Außerdem gesellen sich zu den normalen Monstern auch welche in goldener Ausführung, die über mehr Lebenspunkte verfügen und mehr Erfahrungspunkte geben. So wird das Spiel auch nach der Haupthandlung nicht so schnell langweilig.
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Die deutsche Anpassung
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Die deutsche Übersetzung möchte ich hier ausdrücklich loben. Die Übersetzer haben sich in Sachen Wortwitze und Anspielungen so richtig ausgetobt und müssen mächtig Spaß dabei gehabt haben. Ich jedenfalls bin mehrfach in schallendes Gelächter ausgebrochen. Die Wüstenstadt, die von einer "Kuhlifin" (sic!
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