ProduktinformationVersion: Standard
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Als Martin Holan schlüpfen sie in die Rolle eines Archäologen und Linguisten, der von seinem Onkel mit der Untersuchung eines in der Tschechischen Republik neu entdecken deutschen Tunnels aus dem 2. Weltkrieg betraut wird, in dem Experimente mit außerirdischen Artefakten betrieben wurden sein sollen, die schließlich auf eine Verbindung von Außerirdischen mit den Mayas schließen lassen.
Was jetzt schon in den Grundzügen sehr heikel und über alle Maßen unglaubwürdig klingt, wurde dann tatsächlich so schlimm verwurstet, wie man es von einem schlechten Mystery-Thriller erwarten könnte, aber dazu später mehr.
Sollen doch zunächst erst einmal die wenigen positiven Aspekte erwähnt werden.
Das ist zum einem die gute Steuerung, die aus "Black Mirror" wohl bekannt ist und äußerst schnell und unkompliziert von der Hand geht und vom Anfänger bis Profi sofort jeden ansprechen wird.
Auch die Grafik erinnert stark an seinen Vorgänger, was also sehr schön gezeichnete Landschaften und Bilder mit wundervollen Licht- und Schatteneffekten bedeutet. Zwar wurde sie eigentlich (bis auf die höhere Auflösung) in keinster Weise verbessert, was man eigentlich hätte erwarten können, aber selbst für die heutige Zeit wirkt sie noch nach wie vor stimmig und überzeugend.
Außerdem kommt ja noch die wirkungsvolle Soundkulisse mit sehr atmosphärischen Effekten und die passende Musik dazu, die zwar selten ertönt, aber dann die gegebene Situation stimmungsvoll unterstreicht, was natürlich meistens sehr düstere und gruselige Situationen bedeutet, denn auch "Nibiru" setzt stark auf den unwohligen Kälteschauer, den "Black Mirror" so formidabel kreiert hat. Und auch bei diesem Spiel funktioniert er dank zwielichtiger Schauplätze und Bilder (der deutsche Tunnel ist sehr stimmungsvoll) wieder sehr gut.
Das wars dann leider aber auch schon mit den positiven Punkten und das ist für ein zumindest gutes Durchschnittsspiel einfach viel zu wenig. Musste schon "Black Mirror" wegen der Schnitzer in den anderen Bereichen Federn lassen, so macht "Nibiru" leider nichts besser, sondern alles noch schlimmer:
Die Dialoge sind zwar wieder gut vertont worden, aber auch genauso emotionslos und wenig ausgeprägt. Wenn einfach alle Personen selbst bei dem Tod eines lieben Freundes oder anderer schrecklicher/dramatischer Ereignisse relativ unberührt bleiben, wirkt das schon sehr unglaubwürdig. Außerdem muss einfach die geringe Qualität der Dialoge betont werden, denn sie kommen bis auf wenige Ausnahmen einfach nicht über Standardgeplänkel oder (noch schlimmer) über schon bereits bekannte Punkte und viele Wiederholungen einfach nicht hinaus, so dass man oft versucht ist, aus Langeweile weiterzuklicken.
Auch die Rätsel sind nicht überzeugend geraten, sind sie doch einfach viel zu leicht und unkreativ im Gegensatz zu "Black Mirror". Was jetzt an sich gut für Einsteiger im Adventure Genre klingen mag, ist aber trotzdem nicht sonderlich befriedigend, denn man wird noch viel öfter als zuvor mit langweiligen Zubringer-Diensten und lachhaften Ungereimtheiten konfrontiert, die jeden vielleicht aufkommenden Spaß am "Knobeln" einfach zerstören.
So liegt es entweder übertrieben offen auf der Hand, was gemacht werden muss oder man wird von den ständigen Logikfehlern genervt oder unfreiwillig amüsiert (so hat zum Beispiel ein Imbiss-Besitzer aus reinem Idealismus(!) nur Senf und nicht den benötigten Ketchup, oder man muss umständlich einen Gehstock von einer störrischen alten Dame besorgen, den man aber wegen der überall herumliegenden Latten eigentlich gar nicht bräuchte!?!). Schlimmer und nicht mehr lustig wird es dann allerdings bei groben Fehlern, wenn man zum Beispiel Objekte im Inventar zur Verfügung hat, die einem eigentlich gerade zuvor abgeluchst wurden.
Als Sahnehäubchen muss man aber als letzen Punkt die einfach extrem schlechte Story nennen. Ist schon wie erwähnt die Grundidee sehr einfallslos und hirnrissig, wird trotzdem nicht im Geringsten versucht, die zu erwartenden Klischees zu vermeiden, sondern man tritt in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen, ob das nun ein böser Nazi-Sohn ist, der brutaler als sein plötzlich sanftmütig gewordener Vater wird oder aber ein weiser Indianerhäuptling mit dem Glaube an eine Prophezeiung. Vollkommen schlimm ist aber die maßlose Oberflächlichkeit und extreme Unglaubwürdigkeit der ganzen Geschichte. Vom Held weiß man selbst am Ende nicht mehr als seinen Beruf und von den Aliens und ihrer Motivation, sowie dem Anfangs so groß beworbenen "12. Planeten", erfährt man während des ganzen Spiel nicht ein einziges Detail. Und wenn dann selten dämlich ein bisher völlig unentdeckt gebliebener, dafür aber riesiger(!) Tempel aus dem mexikanischen Dschungel ragt, der trotz der alles entscheidenden Maschine nur durch ein simples Verschiebepuzzle gesichert ist und das Ende dann plötzlich überhaupt keinen Sinn mehr ergibt, ist man schon fast froh, dass das "Abenteuer" gerade einmal 6-8 Stunden dauert, zieht man die nervigen Verschiebepuzzles und fragwürdigen Streckungen durch Wiederholungen ab.
Letzen Endes also ist "Nibiru" kein überzeugendes Spiel geworden, weder für diejenigen, die auf einen würdigen oder besseren Nachfolger von "Black Mirror" gewartet haben, noch für Adventure-Einsteiger.
Obwohl die Atmosphäre gut getroffen wurde, sprechen einfach alle anderen Punkte gegen dieses Spiel und selbst die beste Gruselstimmung kann die übermäßigen Fehler und Lächerlichkeiten des Spiels nicht herausreißen. Damit selbst als kommende Special Edition-DVD und Budget-Spiel nicht zu empfehlen.
Im Laufe des Abenteuers bereist ihr Orte wie Prag, Paris oder auch Mexiko. Dabei bleibt das Abenteuer aber stets streng linear, an alternative Lösungswege für Probleme ist gar nicht zu denken. Auch gerät die eigentlich spannende Geschichte des Spiels schnell in den Hintergrund und wichtige Fragen werden nicht beantwortet. Zwischensequenzen gibt es nur sehr wenige, innere Monologe Martins sollen neue Fragen stellen. Dummerweise bleiben diese immer recht oberflächlich und es ist höchst fragwürdig, warum der Bildschirm bei diesen Monologen schwarz bleibt. Ganz losgelöst davon, sind sämtliche Gespräche nicht sonderlich prickelnd und das trotz der tollen Synchronisation. Nur wenige Informanten bringen wirklich „Witz" ins Spiel.
Auch die Grafik ist nicht mehr ganz zeitgemäß: Die wenigen Zwischensequenzen sind ziemlich unschön, die Animationen der Charaktere schwach, die Locations wirken tot. Dafür kann aber der hohe Detailgrad überzeugen. Die Rätsel schwanken zwischen zu einfach und fordernd, wo ihr am Anfang nur den Botenjungen spielen müsst, gilt es gegen Ende hin auch komplexere Zahlenrätsel zu lösen. Für diese dürften aber mitunter mehr Hinweise gegeben werden. Endlich könnt ihr auch mit einem Doppelklick direkt in den nächsten Raum wechseln, gerannt werden kann aber immer noch nicht. Wenn ihr an einer Stelle interagieren könnt, ändert sich der Courser. Dummerweise lassen sich bestimmte Aktionen erst dann ausführen, wenn die Vorbedingungen erfüllt sind.
So seid ihr gezwungen, mehrmals die gleichen Orte abzusuchen, um beispielsweise einen Dosenöffner dann doch mitnehmen zu können. Dies war schon in Black Mirror, dem vorherigen Spiel der Entwickler, so und nervte schon dort. Auch kommt das Ende des Spiels viel zu schnell: Maximal zehn Stunden solltet ihr brauchen! Für ein Adventure ist das eindeutig zu wenig. Ebenfalls enttäuschend ist das Ende an sich, welches viel zu viele offene Fragen bestehen lässt.
Fazit: Nibiru: Der Bote der Götter ist im Vergleich zu Black Mirror eine Enttäuschung. Die eigentlich spannende Geschichte kann euch nie wirklich erfassen, sie tritt zu oft in den Hintergrund. Auch wirken die für ein Adventure so wichtigen Rätsel anfangs völlig billig, erst im Reich der Maya werden sie fordernd, aber dann ist das Spiel auch fast schon zu Ende. Auch die Grafik wirkt zu steril, als dass sie eine wirklich spannende Atmosphäre erzeugen könnte. Gleiches gilt für die Charaktere. Und das Ende ist schon fast der blanke Hohn. Unterm Strick bleibt Nibiru nur und ordentliches Adventure für Anfänger.
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