Etwas abgeklärt geht es zu in diesem Buch (wenn man z.B. SEXUS im Hinterkopf hat), ähnlich wie in seinem Buch "Wendekreis des Steinbocks" etwa, wo er viel räsoniert und zweifelsohne auch nicht Unrecht hat mit seinen Überlegungen. Sie treiben ihn in einen Wirbel der Gefühle. Die Mädchen zumeist, seine Frau Mona z. B oder Stasia, die sich beide auf ungemein raffinierte Art aus dem Staub machen, Amerika verlassen und mit dem Schiff nach Europa abhauen. Dieses Überlegen, dieses Herunmstreifen in den Bars, das gedankliche Nachgeben, die philosophischen Gedankenwinkelzüge bis hinein ins Religiöse. Das alles ist schön aber auch etwas mühselig zu lesen. Für echte Henry Miller Fans natürlich ein Muß, nur sollte man sich im Klaren sein, hier wird (wie in seinen anderen Romanen auch) viel verlangt, was Bildung im allgemeinen angeht und im besonderen in Geduld mit der Schreibwut des Autors. Warum er nicht den Nobelpreis bekommen hat? Man könnte es fast beantworten, wenn man die gelegentlichen Abrisse der Handlungsfäden ins Kalkül zieht. Aber: Hätte Amerika auf ihn gehört, oder anders ausgedrückt: Hätte Amerika noch mehr von diesen guten Menschen (und sie sind wohl da!), die Ausrichtung auf ausschließlich " immer nur Siegenmüssen" wäre zumindest angezweifelt und die Politik wohl auch eine etwas andere. Doch das ist eine andere Baustelle. Dieses Buch aber ist nach wie vor lesenswert für alle, die sich etwas von Amerika ins Herz legen wollen. Schließlich ist dieser Kontinent von unseren Vorfahren "erobert" worden und die finden sich in uns wieder, wie auch wir uns in ihnen.