Das Buch handelt von Genen. Soviel ist klar. Der Rest ist Verwirrung.
Ein Mann sieht sich plötzlich mit dem Vorwurf des Mißbrauchs einer Minderjährigen konfrontiert. Dieser Handlungsstrang wird allerdings nicht aufgelöst.
Meerestiere machen Werbung für Konzerne und eine Schildkröte leuchtet lila. Dieser Strang versickert ebenfalls.
Ein Orang Utan wird von einer kleinen Gruppe Touristen gesichtet. Einem davon fällt auf, daß der Orang Utan womöglich holländisch spricht. In Folge davon kommen Kamerateams aus aller Welt. Und am Schluß ein Großwildjäger, der den Orang Utan mit drei Betäubungspfeilen ins Reich der Träume schickt. Der Affe fällt vierzig Meter tief auf den Boden. Die Sorge des Großwildjägers ist allerdings nur die, daß er den Affen mit seinem Schnupfen angesteckt haben könnte, nachdem er ihn eine Stunde lang beatmet hat. Später im Verlauf ist der Affe tot - warum auch immer - und wird seziert. Der Erzählstrang endet mitten in der Sezierung ohne Ergebnis.
Eine Frau sucht einen Mann auf, von dem sie weiß, daß er vor Jahren in eine Samenbank eingezahlt hat und sie die Zinsen in Form seiner Tochter darstellt. Der Strang versickert.
Ein Labormitarbeiter probiert eine Gentherapie für Ratten an dem Sohn einer Bekannten seiner Mutter aus, weil die Mutter das so gern möchte. Schließlich hatte doch ihr anderer, drogenabhängige Sohn - also der Bruder des Labormitarbeiters - so große Erfolge mit dieser Ratten-Therapie hatte, nachdem er sich das versehentlich liegengelassene Gen-Spray reinzog. Der Strang versickert größtenteils.
Ein Affe mit menschlichen Genen (nicht der Orang Utan) wird von seinem Schöpfer vor der Vernichtung gerettet. Der Mann nimmt den Affen mit nach Hause und er (der Affe) wird in die Familie integriert, weil er ja fast so ausschaut wie ein Mensch. Die Frau des Mannes ist natürlich erst mal fassungslos und bestürzt. Aber sie ergreift die Initiative und erfindet das Gandler-Kreukheim-Syndrom, das jedem (und vor allem der Tochter) erklärt, warum der Affe trotz seines Aussehens ein Mensch ist. Sie bringt es sogar fertig, daß bei einer Google-Suche fünf Treffer mit entsprechenden Artikeln erscheinen. Das alles in zwei Stunden. Und sie ist es auch, die am Schluß die Webseite "TransGenic Times" ins Internet stellt. Beachtlich für die Inhaberin einer Werbeagentur, die mit Genetic so gar nichts am Hut hat.
Der im Klappentext beschriebene Fall - Mann flüchtet vor einem Konzern, der ihm an die Gene will - findet nahezu nicht statt. Stattdessen flüchten seine Tochter und ihr Sohn. Aber das ist irgendwie auch kein Hauptstrang. Die Auflösung ist nicht richtig vorhanden bzw. stiftet mehr Verwirrung als sie Antworten liefert. Ach ja - die Tochter und die Inhaberin der Werbeagentur sind zufällig langjährige Freundinnen. Die Tochter ruft die Inhaberin mal an, weil sie (die Tochter) verfolgt wird. Aber die Inhaberin hat jetzt keine Zeit, weil draußen gerade jemand auf den Affen schießt. Da muß man natürlich Verständnis haben - das hat Vorrang. Warum sie dann überhaupt erst ans Telefon geht ... naja.
Dann gibts einen sprechenden Papagei. Der hat einige gute Momente mit seinem Gelaber - vor allem, wenn ein paar in seiner Gegenwart darüber beratschlagen, wie sie ihn am besten los werden und er aus seinem abgedeckten Käfig schreit, daß er alles gehört hat.
Er befindet sich erst bei einer Frau, die ihn aus einem Labor mitgebracht hat, um ihn zu Hause zu beobachten. Wo sie dann feststellt, daß der Papagei dem Sohn bei den Matheaufgaben hilft. Allerdings muß ihr dazu erst der Lehrer auf die Sprünge helfen, denn er stellt fest, daß die Hausaufgaben immer richtig sind, aber in der Schule ist der Bub halt eine unfähige Niete und Tranfunzel. Ihr Mann mag den Vogel nicht und irgendwann ist er (der Vogel) halt weg und tritt eine weite Reise an. Interessant ist, daß kein Mensch sich richtig darüber wundert, wie gut dieser Papagei spricht - jeder unterhält sich mit ihm wie mit einem Mensch. Irgendwann landet der Vogel dann bei der Inhaberin der Werbeagentur und ihrer Familie und auch die flüchtende Tochter findet sich dort ein. Und nach einem Jahr macht der Papagei Handytöne nach. Das wiederum kommt einem Doktoranden aus Frankreich, der gerade bei der Familie zu Besuch ist, bekannt vor. "Das ist die französische Handyvorwahl". Und er wählt die Nummer, die der Papagei vorjauchzt. Und dann geht die Frau aus dem Labor ran und beginnt zu weinen, als der Doktorand sie fragt, ob sie "zufällig einen Graupapagei mit dem Namen Gerard kenne". Sie kommt dann einige Tage später von Frankreich in die USA und bleibt eine Woche bei der ihr völlig fremden Familie, um den Vogel zu besuchen. Nein, sie nimmt ihn nicht mit heim. Dem Vogel gefällts bei der Familie. Wer weiß - vielleicht telefonieren sie ja regelmäßig oder chatten übers Internet.
Die Rezension ist verwirrend? Ja, natürlich. Das ist das Buch auch. Das ist kein Michael Crichton, wie ich ihn kenne. Das Buch ist vollständig resistent gegen das Spannungsgen. Aus diesem Thema hätte man was machen können - und vor allem hätte Michael Crichton was draus machen können. Es ist leicht zu lesen - bis auf ein paar sehr medizinische Passagen -, aber es führt zu nichts. So viele Handlungsstränge laufen ins Leere, soviele Seiten werden mit nutzlosem Inhalt gefüllt. Nutzlos deshalb, weil kein Bezug mehr darauf genommen wird. Würden sie fehlen, würde es dem Buch keinen Abbruch tun, weil sie absolut NICHTS zur Erzählung beitragen.
Das Buch ist langweilig. Es ist ein Witz ohne Pointe. Wenn Sie Ihr Geld loswerden wollen, geben Sie es mir. Da haben Sie zwar auch nichts davon, aber ich.