Das Nexoc Pad 7 ist meines Wissens das Billigste in Deutschland erhältliche Tablet. Da darf man seine Erwartungen natürlich nicht allzu hoch schrauben...
Das Gerät ist aus einfachem Plastik gefertigt. Die Verarbeitung scheint in Ordnung zu sein. Aufgrund der kompakten Abmessungen und des Gewichts von 430g (laut meiner Küchenwaage) liegt es gut in der Hand und taugt grundsätzlich zum Sofa-Surfen. Der WLAN-Empfang ist ebenfalls in Ordnung. Er ist ähnlich gut oder schlecht wie bei meinem Notebook.
Gut ist der Akku des Geräts. Mit einer Laufzeit von 4 bis 5 Stunden kann man gut Leben.
Leider gibt es doch hauptsächlich negative Punkte zu erwähnen:
Auf dem Pad ist leider noch das antiquierte Android 1.5 im Einsatz. Möglicherweise liegt es daran, dass viele Apps nicht auf dem Pad laufen. Eine Menge Apps bekommt man im Market gar nicht erst angezeigt, einige lassen sich nicht installieren, andere brechen nach dem Start mit einer Fehlermeldung ab, wieder andere laufen nur mit massiven Grafikfehlern. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt...
Der Bildschirm ist zumindest recht hell und obwohl er nicht entspiegelt ist reflektiert er nicht annähernd so extrem wie z.B. der des IPAD. Insgesamt gehört der Bildschirm aber trotzdem zu den Schwachpunkten des Geräts. Der Kontrast ist niedrig, Farben sind blass und die Blickwinkel sind schlecht.
Die Bedienung des Pads ist ziemlich hakelig. Mit den Fingern sollte man es besser gar nicht erst versuchen. Der beiliegende Stift mindert das Problem etwas, trotzdem ist die Bedienung des Pads insgesamt eine ziemlich frustrierende Erfahrung für mich. Insbesondere das Scrollen nervt total, wenn das Pad immer wieder statt zu scrollen Punkte auswählt. Das macht mich wahnsinnig!!!
Was kann man letzlich mit dem Pad machen?
1 - Einsatz zum Lesen & Schreiben von Mails ist möglich. Da man eine USB-Tastatur anschließen kann geht sogar Schreiben recht gut.
2 - Surfen ist möglich, macht aber auf dem kleinen Display, wegen der niedrigen Auflösung, wegen fehlender Flash-Unterstützung und wegen der schlechten Bedienbarkeit keinen echten Spass
3 - Einsatz als Audioplayer ist möglich. Da sind aber echte MP3-Player wesentlich praktischer, insbesondere was Größe, Gewicht und Akkulaufzeit angeht. Den integrierten Lautsprecher kann man übrigens vergessen. Die Qualität des Kopfhörerausgangs ist dagegen akzeptabel.
4 - Einsatz als Videoplayer ist möglich. Laut Produktbeschreibung kann das Pad .mkv und 720p abspielen. Wer jetzt an H264 denkt liegt aber falsch. Möglich ist nur "einfaches" MP4 (DIVX, XVID). Da das Pad keinen Video-Ausgang hat wäre die Wiedergabe von echtem HD-Material sowieso sinnlos, da man auf dem schwachen Display den Unterschied gar nicht merken würde. Als Videoplayer kann ich das Pad also auch nicht empfehlen.
5 - Einsatz als E-Reader ist möglich, aber hier ist die schwache Darstellung und die niedrige Prozessorleistung ein Problem. Die Darstellung von PDF-Dateien dauert ewig und das Ergebnis kann nicht überzeugen. Beim EPUB-Format scheint es das Geschwindigkeits-Problem nicht zu geben, dafür war die Formatierung bei den Apps, die ich ausprobieren konnte (weil sie nicht mit einer Fehlermeldung abgebrochen sind), recht eigenwillig. Vom Einsatz als E-Reader würde ich also auch dringend abraten.
6 - Spiele sind aufgrund der schwachen Grafikleistung des Pads nur sehr bedingt möglich. Ich habe einige Spiele getestet. Es laufen wirklich nur ganz einfache Sachen.
Insgesamt gebe ich dem Pad 2 Sterne. Es bietet für wenig Geld einen Einstieg in die Welt der Android-Tablets. Aufgrund der genannten Probleme sehe ich aber zumindest für mich kein sinnvolles Einsatzgebiet für das Gerät.