Das Buch von Di Trocchio hält nur bedingt, was es verspricht.
Wer sich auf kurzweilige Anekdoten über die "wahren" Forschungen der Wissenschaftselite freut, nicht zuletzt aufgrund des irreführenden
Titels, muß enttäuscht werden. Sie bilden höchstens Nebenschauplätze.
Eine getreue Übersetzung des Originaltitels: "Il genio incompresso - Uomi e idee che la scienza non ha capito", also: "Der freie Geist - Männer und Ideen, die die Wissenschaft nicht verstanden hat" hätte hier Abilfe schaffen können.
So ist es vielmehr eine populärwissenschaftliche Abhandlung über die "Wissenschafts-Mafia" und ihre Angst um Pfründe, Forschungssaläre und Reputation.
Er beschreibt, wie ganze Theorien aufrechterhalten werden, obwohl es begründete Zweifel an ihnen gibt oder brauchbare Theorien von "Hobby-Wissenschaftlern" verworfen werden, weil man angst um den Verlust eigener Forschungsgelder hat und gibt dafür Beispiele quer durch die Jahrhunderte.
Der Inhalt von "Newtons-Koffer" ist durchaus kurzweilig, doch merkt man, daß Di Trocchio sonst wissenschaftlich schreibt: Langatmige Sätze, viel Nebeninformation und oft bis zur Unverständlichkeit um Exaktheit bis ins Detail bemüht ist das Buch als "kleine Lektüre zwischendurch" nicht geeignet.
Wer sich aber ernsthaft mit der Materie befassen will, ist gut bedient.