Wenn dieses Buch kein Buch wäre, dann wäre es ein Gedicht: Selten habe ich so gestaunt über das Porträt einer doch "eigentlich" wohlbekannten Stadt. Christopher Thomas gelingt mit seinen leisen, stillen Aufnahmen ein kleines Meisterwerk: ein fast "klinisch" sauberes Bild der Stadt mit seltsam "eingefroren", auch kühl (viel Schnee) wirkenden Stillleben, die ich jedenfalls so noch nicht gesehen habe. Bewundernswert auch die Konsequenz, mit der hier die Idee eines menschenleeren New Yorks durchgezogen wird - auch wenn ich gestehen muss, dass ich nach dem Durchblättern dieses Buches auch wieder große Lust auf satte, farbenprächtig-sinnenfrohe Menschenporträts hatte, auf die laute, hektische, heiße Stadt. Denn was wäre New York ohne die New Yorker? Genau: ein Stillleben.