Der New-York-Reiseführer aus dem Müller-Verlag ist für einen Erstbesuch in New York sehr geeignet. Das Format ist handlich, ausreichend Karten und Stadtpläne sind vorhanden (wenn auch gelegentlich schwierig zu suchen - die beiliegende Karte ist für unterwegs eher weniger geeignet), die Gliederung nach Stadtvierteln ist praktisch. Im übrigen sind auch die Fotos z. T. recht originell (und man bekommt Spaß daran, in NY selbst ungewöhnliche Straßenszenen zu fotographieren).
Es ist aber vor allem ein Touristenführer, d.h. ein Hilfsmittel, so viel wie möglich von den bedeutenden Dingen zu sehen. Die landes- bzw. städtekundliche Einführung ist (vor allem im Vergleich zum Florenz-Führer vom selben Verlag) schwach. Geschichte ist nahezu ein Totalausfall, auch bei der Beschreibung der einzelnen Sehenswürdigkeiten (außer Ellis Island). Fraglich bleibt auch, wie sinnvoll heute noch Hotel-Tips in einem solchen Buch sind; da informiert man sich doch woanders. Manche Nebeninformationen sind amüsant (über Woody Allens Lebensmittelmarkt und Dustin Hofmanns Appartment), aber da gäbe es sicher noch unzähliges mehr.
Trotz alledem war er ein treuer Begleiter eines 10tägigen NY-Aufenthalts, und man hatte wirklich den Eindruck, daß man das wichtigste nun gesehen hat. Der parallel dazu mitgenommene ADAC-Reiseführer mußte nach zwei Tagen im Hotel bleiben, weil der von Müller in vielerlei Hinsicht praktischer war.