Mit "New York I love you" kommt nun sozusagen das Follow Up zu dem ebenfalls auf Episoden aufbauenden "Paris je taime" aus dem Jahre 2006. Und genauso wie in diesem Streifen mussten sich die 12 Regisseure von "New York I love you", darunter so klangvolle Namen wie Fatih Akin, Natalie Portman oder Shekhar Kapur, an festgesetzte und unveränderbare Vorgaben halten, sofern sie Teil dieses Projekts sein wollten. So sollte jede Episode rund 8 Minuten lang sein, der Dreh und die Konzeption durfte nicht länger als zwei Tage in Anspruch nehmen, während der anschließende Schnitt rund eine Woche dauern durfte. Haupthema musste natürlich die Liebe sein, sowohl in der physischen Verbundenheit von Menschen zueinander, als auch in der Einbindung eines New Yorker Stadtteils.
Das eine solch komplexe Vorgabe dazu führt, dass ein Film der aus einzelnen Episoden unterschiedlicher Filmemacher nicht zu einem homogenen Gesamtgeflecht führt, sollte klar sein, dennoch macht genau dieser Umstand "New York I love you" zu einem besonderen Leckerbissen. Dabei werden nicht alle erzählten Geschichten gleichermassen als gut oder qualitativ ausgeglichen zu bewerten sein, so verhielt es sich für mich bereits bei "Paris je taime", aber das erscheint mir aufgrund des Konzeptes als logisch. Auch wenn die "Kurzgeschichten" nicht als abgeschlossene Einheiten präsentiert werden, sondern sich als Teilfragmente durch den Gesamtverlauf ziehen, was ich persönlich am Anfang für gewöhnungsbedürftig hielt, frischt es die Idee des episodischen Verlaufes jedoch eindeutig auf.
Mit Schauspielern wie Ethan Hawke, John Hurt, Andy Garcia, Robin Wright Penn oder James Caan ist der Film überdurchschnittlich gut besetzt, teilweise können einzelne jedoch nicht die Qualität, die man mit ihren Namen verbindet, erfüllen. Es mag sein, dass dies dem Umstand geschult ist, dass zur Ausarbeitung der zugedachten Charaktere eben nur eine kurze Zeit zur Verfügung stand. Dafür sind es dann die kleineren, unbekannteren Akteure wie Eli Wallach oder oder Cloris Leachman, die in ihren Rollen geradezu aufgehen und durch ihre spritzigen und überzeugenden Leistungen zu überzeugen wissen.
Bei einer solchen Vielzahl an Geschichten ist es müßig auf einzelne näher einzugehen oder sie beschreiben zu wollen, darum möchte ich es bei den beiden, meiner Meinung nach besten Episoden belassen. Da ist zunächst der Film von Brett Ratner, der die Geschichte eines Jungen erzählt, der von seiner Freundin verlassen wurde, weshalb der nahende Abschlussball zu einer Farce zu werden scheint (man erinnere sich an die hunderten von Teenie-Filmen, in denen es um nichts anderes ging, als bloß nicht alleine auf einem dieser Bälle zu erscheinen). Ein Apotheker bietet ihm jedoch an, mit seiner Tochter auf das besagte Fest zu gehen. Einen Haken hat das Ganze natürlich, sie sitzt im Rollstuhl, was im Verlauf zu einem Bewährungstest wird.
Großartig ist auch die Episode von Joshua Marston, die witzig und rührend von einem alten Rentnerpärchen erzählt, welches sich während eines Spazierganges am Ufer des Brighton Beach streitet, am Ende aber genau weiss, dass die Liebe zueinander stärker ist, als das fast schon pubertäre Gezanke.
Wie man hört, waren Paris und New York bisher die ersten Stationen, so sollen in regelmäßigen Abständen weitere Folgen der Episodenreihe erscheinen, so aus Berlin und Jerusalem, man kann also gespannt sein.