Es ist schade, aber Enrico Ravas "New York Days" kann mich nicht so recht überzeugen. Die Platte ist als Sammlung eher ruhiger, balladesker Nummern angelegt, aber aus den Lautsprechern kommt nur ein spröder, fragmentarischer Klang, so als wollten Rava und seine Band einfach nur Skizzen hinwerfen und keine wirklich runden Nummern spielen - das Problem ist nur, dass sich das ausgewählte Material so nicht wirklich spielen lässt, und dass Rava mit seinen nunmehr 69 Jahren einfach zu abgeklärt ist, um Klangskizzen wie solche klingen zu lassen.
Aber nicht nur die Melodien, auch Ravas Lippen klingen ungewohnt spröde, nicht wirklich gut eingespielt, als versuche er ein wenig, mangelnde technische Finesse surch gelegentliche Outbursts zu verdecken. Das tut weder den Songs gut, noch macht es sein Spiel interessanter.
Zwischendurch gibt es schon immer wieder Momente, wo alles zu klappen scheint und sich so etwas wie eine Ensemblestimmung um Ravas romantisierende Kompositionen ergibt - nur leider sind diese Momente insgesamt etwas zu selten. An "Easy Living" oder auch "Tati" kommt diese CD bei weitem nicht heran.