Dies ist noch keine Rezension, denn was man noch nicht gesehen bzw. gehört hat, kann schwerlich bewertet werden. Die Abgabe der Sterne ist zur Veröffentlichung des Textes notwendig. Hier ist das Programm 2010, welches dieses Mal leider keine Überraschungen bereithält!
Part I
01. Johann Strauß: Ouvertüre zu "Die Fledermaus"
02. Josef Strauß: Frauenherz. Polka mazur, op. 166
03. Johann Strauß: Im Krapfenwaldl. Polka francaise, op. 336
04. Johann Strauß: Stürmisch in Lieb und Tanz. Polka schnell, op. 393
05. Johann Strauß: Wein, Weib und Gesang. Walzer, op. 333
06. Johann Strauß: Perpetuum mobile, op. 257
Part II
01. Otto Nicolai: Ouvertüre zu "Die lustigen Weiber von Windsor"
02. Johann Strauß: Wiener Bonbons. Walzer, op. 307
03. Johann Strauß: Champagner-Polka, op. 211
04. Johann Strauß: Ein Herz, ein Sinn. Polka mazur, op. 323
05. Johann Strauß Vater: Der Carneval in Paris
06. Jacques Offenbach: Ouvertüre zu "Die Rheinnixen"
07. Eduard Strauß: Quadrille Schöne Helena, op. 14
08. Johann Strauß: Morgenblätter. Walzer, op. 279
09. Hans Christian Lumbye: Champagner-Galopp
Zugaben:
01. Wurde nicht bekannt gegeben
02. Neujahrsgruß
03. Johann Strauß: An der schönen blauen Donau, Walzer, op. 314
04. Johann Strauß Vater: Radetzky - Marsch, op. 228
Auch wenn das Programm 2010, wie bereits erwähnt, keine Überraschungen/Besonderheiten bietet, so kann man sich doch auf ein großes Konzertereignes freuen. Denn Georges Pretre gelingt es mit seinem ihm eigenen Charme immer wieder der Strauß-Musik besondere Momente zu verleihen. So kann man sich nur wünschen, dass er seinen Erfolg aus dem Jahr 2008 wiederholen kann.
Rezension (10.01.2010): Französische Élégance und Wiener Schmäh
Mit diesem Neujahrskonzert ist Georges Prêtre ein fulminanter Start ins neue Jahr gelungen. Zwar setzte man 2010 auf altbewährtes, dies wurde jedoch in einer hohen Qualität und mit so viel Spielfreude dar geboten, dass man getrost darüber hinwegsehen kann.
Auch in diesem Jahr wurden vier Stücke im Rahmen des Neujahrskonzerts erstmals gespielt. Allerdings dürften z.B. Offenbachs "Reinnixen" oder Lumbys "Champagner Galopp" vielen bereits bekannt gewesen sein.
Nur "Der Carneval in Paris" von Strauß Vater und die Quadrille "Schöne Helena" von Eduard Strauß kann man als Novitäten bezeichnen.
Prêtres Dirigat zeichnete sich besonders durch die ihm eigene Minimalistik aus. Mit oftmals nur kleinen Gesten führte er das Orchester, welches eine großartige Leistung ablieferte. In diesem Jahr ist es wieder einmal gelungen zu zeigen, welche Kraft und Vielfalt in der Strauß-Musik steckt. Vor allem bei der Interpretation der großen Walzer ist deutlich geworden mit wie viel Präzision Georges Prêtre die Wiener Philharmoniker geführt hat.
Sicherlich kann man an der einen oder anderen Stelle über bestimmte Tempi diskutieren. Andererseits muss man jedem Dirigenten seine eigene Werkauffassung zugestehen. Das Publikum hat die Philharmoniker und ihren Dirigenten am Schluss zu Recht mit "stehenden Ovationen" gefeiert. Denn die abgelieferte Leistung ist mehr als überzeugend und seine 85 Jahre hat man Georges Prêtre zu keinem Zeitpunkt angesehen.
Es war das perfekte Zusammenspiel von französischer Élégance und Wiener Schmäh!
Für die Einspielung des Jahres 2010 gilt: Kaufen! Sie ist ein Hörvergnügen!
Das Jahr 2011 beginnt mit einer Premiere, denn dann wird erstmals der Österreicher Franz Welser-Möst am Pult der Philharmoniker stehen. Er wird es schwer haben, an diese Leistung anzuknüpfen.