Ich muss leider gestehen, dass ich seit dem 2005er Album 'Years in Waste' die Band irgendwie aus den Augen verloren hatte. Damals trafen OMNIUM GATHERUM, meiner Meinung nach, vollkommen den Zahn der Zeit. Wer an die Jahre 99-05 zurückdenkt wird sich an ein imenses Aufkommen an Melodic-Death-Bands erinnern, von denen ein großer Teil wieder in der Versenkung verschwand. Bei manchen war es besser so, bei anderen sehr zu bedauern.
Naja, abgeschweift, zurück zum Thema: Die Finnen hatten auch mit ihren ersten Alben schon wirklich stimmige und solide Werke veröffentlichen können, jedoch hat hier noch irgendwie was gefehlt. Die Alben plätscherten größtenteils sehr monoton vor sich hin. Womöglich sind OMNIUM GATHERUM genau deswegen auch noch immer ein Geheimtipp. Das kann sich in Zukunft aber ändern. Nachdem ich mich anlässlich dieses Reviews mal in die letzten beiden Alben eingehört hab, ist auch deutlich zu hören was sich in den letzten Jahren getan hat. Entscheidenster Punkt wird sicher der Sängerwechsel im Jahre 2007 gewesen sein. Seitdem bedient Jukka Pelkonen den Gesang. Er hat allerdings nicht den eigentlichen Sound der Band verändert, sondern schafft es mit einer sehr vielfälltigen und harmonischen Stimme tatsächlich eine gewisse 'Romantik' aufzubauen, aber dabei nie den Draht zum Melodic-Death zu verlieren. Auf 'New World Shadow' gipfelt diese Fähigkeit nun auf einem bisherigen Höhepunkt.
Ich sollte jetzt natürlich nicht vergessen, auch den instrumentalen Bereich zu erwähnen, denn auch dieser zeigt gigantische Verbesserungen. Mein persönliches Highlight ist hierbei 'Watcher of the Skies'. Ein wunderschönes Instrumental-Stück das eher zwischen langsam- und Mid-Tempo schwankt und bei dem das ausgefeilte Gitarrenspiel wunderbar zur Geltung kommt. Ich kann mir das Stück immerwieder anhören. Generell stellen sich bei den 9 Tracks gerne die Gitarren in den Vordergrund und verleiten den Hörer zum Träumen. Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass genau das von OMNIUM GATHERUM bezweckt war. Das Schlagzeug treibt zwar ausreichend voran, hält sich dennoch aber im Hintergrund. Es wirkt zu keiner Zeit aufdringlich.
Typisch für skandinavischen Melodic-Death ist natürlich das Keyboard. Dieses trägt auch hier lediglich zur tieferen Atmosphäre bei und untermalt größenteils die 'episch' wirkenden Pausen.
Bei 'New World Shadows' kann man auch durchaus nicht über die Kürze des Albums klagen, denn mit 9 Tracks kommen die Finnen auf großzügige 52 Minuten. Darunter auch der Opener 'Everfields' und der Schlusstrack 'Deep Cold', die mit jeweils über 9 Minuten schon ziemliche Brocken sind, aber die Zeit im Flug vergehen lassen.
Fazit: Das Album macht Spaß. Es stellt eine Entwicklung der Band dar, wie man sie sich erhofft. Schritt für Schritt entwickeln sich OMNIUM GATHERUM, ohne sich dabei aber untreu zu werden.