Nach einem (meiner Meinung nach) eher schwachbrüstigen Vorgänger und einer sehr langen Albumpause hatte ich als Fan der ersten Stunde Zweifel, ob Haujobb jemals wieder das hohe Niveau der "Vor-Vertical-Theory-Zeit" erreichen, doch mit dem Kauf dieses Albums wurde ich schnell eines Besseren belehrt.
Ich hatte von Anfang an das Gefühl, das "New World March" nicht einfach nur irgendein Titel ist, sondern eine Art "Inhaltsangabe". Nach der Ouvertüre "Control" wird mit "Crossfire" gleich die Marschrichtung des Albums angezeigt, nämlich ganz klar in Richtung "Neuland". Zwischendurch nimmt "Lost" das Tempo auf angenehme Art wieder etwas raus, doch bei "Soul Reader" merkt man schnell, dass der Marsch noch lange nicht zu Ende ist, dieses kündigt sich erst mit "Membrane" an. Diese gewisse Stimmung, die sich nach dem Hören dieses Albums breitgemacht hat, wird mit dem Outro "Echo" perfekt abgerundet.
Wie gehabt faszinierend die Art und Weise, wie Haujobb es schaffen, detaillierte Klangforschung, Spielarten der elektronischen Musik, musikalische Eindrücke der jeweiligen Zeit und abstrakte Arrangements zu einem großen Ganzen zu vereinen, ohne dabei überladen oder gar bombastisch rüberzukommen, sondern einfach nur elegant. In manchen Passagen, speziell bei "Soul Reader" lässt sich ein gewisser Einfluss von Depeche Mode nicht verleugnen. War aber bei Haujobb schon immer so, dass sich auf deren Alben der jeweilige musikalische Zeitgeist in gewissem Maße niedergeschlagen hat. Ist natürlich Geschmackssache, doch bei Haujobb finde ich gut, dass es nie zu dominant bzw. wie abgekupfert rüberkommt.
Mein Fazit: ein Wahnsinns-Album, dass meinem bisherigem Evergreen "Solutions for a small Planet" gehörig Konkurrenz gemacht hat! Von mir an alle Jobbies da draußen jedenfalls ein klarer Kaufbefehl, allen anderen empfehle ich die Vorhörfunktion und Wikipedia ;-)