Diese DVD hat meinen Eindruck von Bondage gewandelt. Hatte ich bislang eher ein schmutziges Bild der erotischen Fesselungen, hat mir dieser Film ein Verständnis von Bondage als gefühlvolle Kunstform geschaffen. Der Streifen gibt eine Einführung speziell in die japanische Bondage als Jahrtausende alte Kunstform.
Ausgehend von der Geschichte im alten Japan, wird kurz die Geschichte der Bondage im Allgemeinen im 20. Jahrhundert gezeigt. Nach der weiteren Einführung einer vom Blatt ablesenden Moderatorin werden etwa 20 Figuren mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad von einem Paar vor der Kamera demonstriert. Von einfachen Fesselungen, mal an Armen mal an Beinen, folgen größere, den ganzen Körper umfassende Figuren, die schließlich mit Objekten wie Stühlen, Türen und Möbelstücken kombiniert werden. Auch Figuren, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, sondern in denen Seile als Verpackung verwendet werden, sind enthalten. Den Abschluss bilden einige Formen, die über die japanische Bondage hinausgehen: Die Verpackung des Partners mit einer Plastikfolie oder Stoff beispielsweise habe ich als durchaus interessant wahrgenommen. Die auf dem Titel dargestellte Fixierung kommt in dem Video hingegen nicht vor. Auch einen klaren Hinweis, dass hier _japanische_ Bondage vorgestellt wird und eben nicht das, was man gemeinhin unter Bondage verstehen könnte, habe ich auf dem Cover vermisst.
Zwischen den verschiedenen Blöcken werden Sicherheitsregeln, Knoten-Grundformen sowie geeignete Seile und Materialien gezeigt. Die anregenden Sequenzen, deren wesentliche Schritte oft mit Nahaufnahmen für mehrere Sekunden verdeutlicht werden, habe ich als gut nachvollziehbar wahrgenommen. Überdeutlich im Vordergrund steht dabei stets die Bondage als Kunstform, während das, was über die Fixierung und das Vorspiel hinaus kommen kann, mit wenigen Ausnahmen nur kurz angedeutet wird. Der Film schlägt aus meiner Sicht eine gelungene Brücke zwischen Kunst, Erotik und Wissensvermittlung.
Die britische DVD wurde zusätzlich zum Originalton mit einer deutschen Tonspur versehen. Übersetzt wurden die Kommentare, nicht jedoch die Konversation der beiden Partner. Diese sind zwar oft flach und nicht von Bedeutung, an einzelnen Stellen durchaus inhaltlich nicht uninteressant. An mehreren Stellen schien mir die deutsche Tonspur den Inhalt des englischen Originals nur unzureichend wiedergegeben zu haben.