... man sagt, daß Gibson eigentlich nicht verfilmbar ist, und etwa der mehr als mäßige Virtual-Light-meets-Johnny-Mnemonic - Verschnitt "Vernetzt - Johnny Mnemonic" scheint das zu belegen. "New Rose Hotel" ist da erstmal augenscheinlich ein anderes Kaliber - die Bilder sind düsterer, verstörender, weniger auf überladene, pseudo-futuristische Effekthascherei als vielmehr die Erzeugung der Vision einer bereits weit im Verfall befindlichen technisierten Welt ausgerichtet, die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie, der Streifen ist insgesamt weit eher Film Noir als großes Entertainment-Kino. Andererseits... andererseits bleibt der Eindruck, daß die Handlung der eigentlich nicht schlechten Geschickte irgendwie nicht ausreicht,um 90 Minuten Film zu füllen: Langsam läuft die Geschichte um Fox, X, das japanische Wissenschaftler-Genie und die Prostituierte an, um irgendwann, ganz aprupt und unerwartet, an einem drastischen Wendepunkt zu stehen, einen kurzen Showdown nehmend und endend in einer Viertelstunde "X-im-New-Rose-Hotel", mit eigenartigen Retrospektiven, die die Handlung und die Wendung des Films nur dunkel beleuchten. Verstörend, intensiv, aber mitnichten genial.