Seit Jahren gehört Karl Seglem mit seiner Band "Utla" zu den führenden Stimmen des norwegischen Folkjazz. Wer eigentlich keinen Jazz mag, dem sei gerade Seglems neues Werk "New North" empfohlen, denn der norwegische Tenor-Saxofonist schleudert dem Hörer keine ausgedehnten, hektischen Soli um die Ohren, sondern kreiert vielmehr schwebende Sounds - leicht, transparent, verträumt und doch voller Tiefe und Transparenz und oftmals schwermütig. Wenn seine Mitspieler singen, fühlt man sich in geradezu uralte norwegische Geschichten versetzt. Seglams Musik klingt wie ein großes Panorama-Gemälde der ebenso bizarren wie märchenhaft schönen norwegischen Landschaft. Er hat früher alle erdenklichen Arten von Jazz gespielt. Doch in der Vielfalt der traditionellen Musik Skandinaviens fand der Norweger Gelegenheit, sich von nordamerikanischen Vorbildern zu emanzipieren. Sein gefühlvolles, sanftes Saxofonspiel sollte meines Erachtens jeder Mal genossen haben.