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Keine von ihnen aber ist populär wie die furiosen International Noise Conspiracy, deren Texte und Haltung vielen aus der Spaßgesellschaft, ob Journalisten oder Ja-Sagern aus Plattenfirmen -- bei aller musikalischen Begeisterung -- viel zu politisch sind. Inge Johannson, Dennis Lyxzen, Ludwig Dahlberg, Sara Almgen und Lars Strömberg zeigen sich da wenig kompromisswillig. 1999 tourten sie unautorisiert durch China, zwei Jahre später verweigerten sie einen Auftritt beim karriereförderlichen Hultsfred Festival und gaben dafür eine Benefiz-Show während des EU-Gipfels in Göteborg.
Konsequenterweise verlangt nach dem grandiosen Debüt Survival Sickness auch das zweite (The First Conspiracy war eine Single-Collection) Album A New Morning die politische Auseinandersetzung. Zitate von Simone de Beauvoir, Michel Foucault, Jean Genet, Karl Marx oder Bikini Kill stehen über den Lyrics des Beiblattes, auf dem auch ein langer Text mit dem Thema "The Global Fear Factory" abgedruckt ist. Die Musik des Albums ist ein energiespeiender Punk-Soul-Sixties-Hybrid. Jeder Ton ist ein Nagel, mit dem der Feind an die Wand geschlagen wird. Ohne sich zu Epigonen zu machen, lassen die Schweden die Instrumente wüten, als wenn die Kinks, The Make Up (leider aufgelöst) und The Sonics kollektiv Amok laufen. Die Welt braucht eine Veränderung und The (International) Noise Conspiracy wollen aktiv an diesem überfälligen Prozess teilnehmen. --Sven Niechziol
INTRO
Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Selbst wenn's musikalisch in die Sixties, the golden age of pop, zurückgeht. Gewandet in eine herrliche Understatement-Produktion, versprüht der schrammelige Garagen-Rock eine Wut und eine Rotzigkeit, dass man sich ernsthaft fragt, wer denn die Stooges oder The Who noch mal waren. Keine Spur von abgestandenem, angestaubtem Retro-Gerocke. Oder gar verbissen-mürrischem "Eh alles scheiße!"-Fatalismus, wie man bei Vertretern des ultralinken Spektrums ja vermuten könnte. Dass Kommunismus auch stylish und elegant daherkommen kann, wusste mit Einschränkung sicher auch schon der gern als Lebemann transportierte Brecht. Und dass er sogar sexy sein und richtig Spaß machen kann, lehrt uns nicht nur Marcuse, sondern auch Songs wie "Capitalism Stole My Virginity" oder "Breakout 2001" - da wirbelt der Pilzkopf-Schnitt, schwingt die Hüfte und ballt sich die Linke zur Faust. Ästhetik des Widerstandes. Und Göteborg liegt auf halber Stecke zwischen London und Detroit - und autonomist marxism rules!
Till Stoppenhagen / Intro - Musik & so
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