Mit dieser Version des New Moon Soundtracks liegt zumindest eine CD im Player, die quantitativ den OST des ersten Filmes toppt, denn die Trackzahl von 12 wird hier mit 15 Titeln übertroffen, wobei mit "Es tut wieder weh" von Jennifer Rostock noch ein deutsch gesungener Bonustrack dabei ist, sodass der geneigte Hörer 16 Songs lauschen kann. Doch überzeugt die Scheibe auch qualitativ?
Das Booklet zumindest kann mich nicht begeistern. Wie schon beim Twilight OST werden keine Lyrics darin abgedruckt, was ich ziemlich schade finde, da ich schon immer gerne wissen möchte, was ich da höre (, wobei man ja noch auf das Internet zugreifen kann, also in dem Fall nicht ganz so tragisch, aber dennoch schade). Ebenfalls wie beim Vorgänger-Soundtrack ist, dass man das Booklet als Miniposter gestaltet hat, sodass man die eine Seite bei Bedarf an die Wand oder Dergleichen pappen kann, jedoch dann mit den erwartbaren, unschönen Faltknicken. Positiv zu erwähnen finde ich dabei allerdings, dass bei der New Moon CD im Gegensatz zur Twilight CD ein zweiter Einleger vorhanden ist, was heißt, dass wenn man das Poster tatsächlich aufhängt, die CD deswegen nicht gleich coverlos wird.
Insgesamt würde ich der Aufmachung, die neben dem Booklet auch die Trackanzahl umfasst, 4/5 Sternen geben und komme im Folgenden zu den einzelnen Titeln.
Track #1: Death Cab for Cutie - Meet Me On the Equinox
Schon das erste Stück lässt den melancholischeren Grundton der CD ahnen, zumindest was den Text betrifft, denn der von Drums und Gitarre geprägte Sound und der Gesang sind im Vergleich zu den restlichen Titeln noch schnell und treibend. Musik und Vocals sind klar, stimmig und gut anzuhören.
5/5
Track #2: Band of Skulls - Friends
Der zweite Song ist wohl der, der am ehesten mit denen auf dem Twilight OST zu vergleichen wäre, da er mit härteren Drums und Gitarrenriffs versehen ist, die ihn schnell und treibend machen. Ebenso ist der Text eine nette Hommage an Freunde, zügig und klar vorgetragen und für mein Empfinden so ziemlich der fröhlichste und peppigste Titel der Scheibe.
5/5
Track #3: Thom Yorke - Hearing Damage
Mit "Hearing Damage" von Radiohead-Frontmann Thom Yorke schließt sich ein erstes Lied mit Elektro-Anklängen an. Die Vocals sind verstärkt, aber nicht verzerrt, sodass die Lyrics sehr klar vernehmbar sind und aus dem Synthesizer-Sound herausstechen, obwohl sie ruhig vorgetragen werden. Die Stimme umschmeichelt hier den Text sehr schön, indem die unerschütterliche Ansicht 'You can do no wrong' nüchtern und fest gesungen wird, wobei Passagen a la 'You wish you felt better' ausdrucksstärker werden, allerdings in marginalem Rahmen, sodass die schlussendliche Abgeklärtheit durch Musik, Text und Gesang des Songs diesen umso eindringlicher werden lassen, wie ich finde. (Der Titel erinnert mich im Übrigen stark an Lieder von V&V Nation und da ich diese Band ganz gerne höre, mag ich hier insofern ziemlich voreingenommen sein, doch für mich ist "Hearing Damage" eines der besten Stücke des Albums.)
5/5
Track #4: Lykke Li - Possibility
"Possibility" ist ein Titel, der mich zugegebenermaßen spaltet: Zum einen möchte ich sagen, dass es ein toller Song ist, zum anderen gefällt er mir aber auch wieder nicht. Der Text ist traurig, aber schön und die von tiefen, atmosphärischen Klavierakkorden getragene Musik ist melancholisch. Der Gesang allerdings trifft meinen Geschmack nicht ganz. Zwar tief gesungen, aber die Stimme an sich ist mir stellenweise zu hoch für die Düsternis des Songs. Zudem ist die Stimme ziemlich rau, was man wohl mögen muss - hier gefällt es mir jedenfalls nicht. Auch das ab und an aufkommende, langegezogene 'mmm' passt mir nicht. Ohne Vocals hätte ich das Stück wohl besser gefunden, aber das ist letztendlich sowieso Geschmackssache.
3/5
Track #5: The Killers - A White Demon Love Song
Über diesen Track habe ich mich gefreut, da ich The Killers erst neulich nach dem grandiosen "Human" für mich entdeckt und liebgewonnen habe. Umso besser, dass auch sie etwas zu dem OST beisteuern, dachte ich mir. Brandon Flowers' Gesang ist bei diesem Titel ruhig, aber ausdrucksstark, gerade in Verbindung mit den Lyrics, die den Buchliebhabern ein wonniges Schauern bescheren können. Während der Auftakt mit einer sachten Klaviermusik und beinah zarten Vocals beginnt, nimmt das Stück gegen Mitte mit stärkerem Gesang, (Bass-)Gitarrenriffs, Drums und Synthesizer-Sounds mehr Fahrt auf. Damit wird die textliche Zäsur auch musikalisch hervorgehoben. Zum Ende hin wird der Track mit dem Klang gezupfter Saiteninstrumente (vermutlich Geigen?) wieder ruhiger, erreicht aber nicht mehr die Milde des Auftakts.
5/5
Track #6: Anya Marina - Satellite Heart
Wieder eine leicht rauchige Frauenstimme, begleitet von Gitarre und Streichern, die den Gesang fast untergehen lassen. Für mich plätschert der Track bis auf das Geigenthema und das 'ooo' am Ende ziemlich dahin und auch die Lyrics reißen mich nicht so vom Hocker. Ein ruhiges Stück, das man meiner Meinung nach schnell wieder vergessen hat. Ich halte es für das Schwächste des ganzen Albums.
2/5
Track #7: Muse - I Belong To You (New Moon Remix)
Titel sieben wird Fans des ersten OSTs sicher begeistern können, sind es doch Muse, die hier ein zweites Mal auf einem Twilight Soundtrack verewigt sind. Und dem Album tut das Lied auch hörbar gut, hebt er das Tempo doch einmal nach den vorangegangenen, langsameren Nummern wieder und ist auch durch den Instrumenteneinsatz (Oboe oder Bassklarinette, ich bin mir nicht sicher, stehen ja auch keine Angaben dazu in dem dummen Booklet :p) ein echter Auffrischer. Text und Gesang sind ebenfalls gut, allerdings muss man bei dieser Remix-Version auf den französischen Teil des Originals verzichten, was den Song leider auch gleich um gute zwei Minuten verkürzt (, wobei die Aussparung vom Textinhalt und der Musik an dieser Stelle her noch verständlich ist). Ein tolles Stück am richtigen Platz, wie ich finde.
5/5
Track #8: Bon Iver & St. Vincent - Rosyln
Mit "Rosyln" wartet die CD mit einem handwerklich gemachten, gitarrengeprägten Stück auf, das durch die Vocals getragen wird, die unaufgeregt und sehr melodisch gesungen sind (, aber für meine Begriffe ohne vorliegenden Text schwer verständlich sind) und den Soundtrack wieder in schwermütige und ruhige Gefilde zurückholt. Für mich einfach nur berührend und wunderschön.
5/5
Track #9: Black Rebel Motorcycle Club - Done All Wrong
Die Nummer neun der Trackliste leitet dann eine kleine Abfolge von jeweils relativ kurzen Songs ein, die ein wenig mehr Tempo zulegen, was sich schon allein an den schneller vorgetragenen Lyrics zeigt. Herausragend bei Done All Wrong ist dabei der Mundharmonikaeinsatz, der das Liedtempo jedoch auch wieder ein wenig abbremst.
4/5
Track #10: Hurricane Bells - Monsters
Mit "Monsters" beschleunigt sich das Tempo dann allerdings eindeutig, so ist schon der Einstieg mit Gitarrenriffs ziemlich flott und später werden auch Drums und Becken bedient, was einen treibenden Rhythmus erzeugt. Der Text ist aufgrund einiger Wiederholungen im Chorus eingängig und der Gesang solide und verständlich.
5/5
Track #11: Sea Wolf - The Violet Hour
Diese Stück weist in der Mitte ein kurzes Synthesizerthema auf, das durch ein Gitarrensolo weitergetragen wird und am Ende in der Synthesizer-Form nochmals aufgegriffen wird. Den Anfangspunkt markiert ein im Hintergrund gehaltener Paukenschlag, das Ende wird durch ein Schlagen auf das Becken gekennzeichnet. Die Vocals sind klar, der Text ist schmachtend (in the dark you tell me of a flower / that only blooms in the violet hour), kann aber nicht ganz stimmig umgesetzt werden und die Atmosphäre beschwören, die die Lyrics vermuten lassen, was für mein Befinden an dem anfangs erwähnten Synthesizer-/ Gitarrenthema liegt, das mir zu 'leicht'/ 'fröhlich' für den Inhalt ist.
4/5
Track #12: OK GO - Shooting the Moon
OK GO legen den letzten Track der kleinen, temporeicheren Liederreihe vor, wobei der Rhythmus erst am Ende mit starken, im Vergleich zum restlichen Track harten Gitarrenriffs an Fahrt gewinnt und sonst über weite Strecken schon recht verlangsamt daherkommt. Ich allerdings finde dieses Ende nicht so ganz passend. Gut geeignet zu dem Shooting-Begriff ist aber der Paukeneinsatz, der sich durch das ganze Lied hindurchzieht und es somit pusht und schneller erscheinen lässt, als es eigentlich ist. Text und Gesang sind durchaus in Ordnung, auch wenn ich aus den Lyrics schwer einen Kontext entnehmen kann, in dem ich mir diesen Song als Untermalung in Buch/ im Film vorstellen kann...
4/5
Track #13: Grizzly Bear (with Victoria Legrand) - Slow Life
"Slow Life" ist ein weiterer, melodiöser, langsamer Titel, der vor allem durch den faszinierenden, wenn auch schwer verständlichen Gesang beeindruckt. Wenn man weiß, dass Victoria Legrand Mitglieder der Dream Pop Band Beach House ist, kann man sich den Sound des Liedes vielleicht schon ganz gut vorstellen. Gitarre, Synthesizer, die elektronisch verzerrten Vocals von Grizzly Bear Sänger Daniel Rossen und die teils abgehackt gesungenen Passagen von Victoria Legrand lassen den Track fast ein wenig 'surreal' wirken. Der Text ist sehr schön und gerade der Chorus ist ergreifend.
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