"Keywords" hieß 1976 das Buch, das Raymond Williams in einer eigenen Reihe, der "Fontana Communications Series" auf den Markt brachte. Es hatte den Untertitel "A Vocabulary of Culture and Society", und Englands bedeutendster Kulturwissenschaftler zeigte hier am Beispiel von rund hundert Begriffen (von "aesthetic" bis "work"), wie sich Konzept und Bedeutung von Begriffen geändert haben. Sieben Jahre später waren es schon 21 Begriffe mehr, und es war ihm klar, dass manche seiner Definitionen schon wieder revisionsbedürftig waren. Knapp zwanzig Jahre nach seinem Tod haben Tony Bennett, Lawrence Grossberg und Meaghan Morris es mit Hilfe zahlreicher Fachgelehrter (und das ist die crème de la crème der Cultural Studies) unternommen, die guten alten "Keywords" auf den neuesten Stand zu bringen. Jetzt sind es 142 vom jeweiligen Verfasser abgezeichnete Begriffe, die auf 378 Seiten erläutert werden. Dazu kommt noch eine über 30-seitige Bibliographie. Mehr kann man sich nicht wünschen. Im Gegensatz zu der zur Zeit in Deutschland grassierenden Inflation des Begriffes der Kulturwissenschaft (etwas, was offensichtlich jeder ohne Qualifikation betreiben kann), haben die englischen Cultural Studies mit Raymond Williams, Richard Hoggart und dem Centre for Contemporary Culture Studies in Birmingham schon eine lange Tradition. Man kann den Herausgebern und Beiträgern dieses Bandes nur dankbar sein, dass sie mit schönem englischen Common Sense ein Update von Williams "Keywords" vorgelegt haben.