Bisher hat man wohl eher an Westberliner Battletexte gedacht, wenn die Hauptstadt in musikalischer
Hinsicht im Gespräch war. Gerade deshalb überrascht das Album von Seeed umsomehr mit einer gekonnten
Mischung aus Reggae und deutschem Hip-Hop, der zweisprachig locker swingend zwischen Berlin und Jamaica hin und her pendelt.
Gleich bei den ersten beiden Songs bebt der Beat und wie der Text von "riddim no.1" schon sagt:
"das ist so eines dieser Lieder - uuh - das fährt in die Glieder"!
Während der Anfang der Platte eher nach Dub klingt, bieten "psychedelic kingdom" und "we seeed" schon Reggaeklänge vom feinsten.
Das Spektrum dieser Scheibe reicht aber noch weiter - auch Dancehall und Ska sind vertreten! Besonders
positiv dabei, dass jedes Stück für sich steht und sich der Sound von Lied zu Lied verändert.
Die Coverversion des Reggae-Klassikers "tide is high" riecht widerrum ziemlich nach Charts.
Seeed erläutern ihr Konzept in dem Stück "new dubby conquerors",
denn "von 13 Wegen zum Erfolg sind 12 zu weit - breitgetreten ist der Weg der übrig bleibt".
Also haben sie "tide is high" mit auf die Scheibe draufgepackt und sich dadurch ihre Bekanntheit gesichert.
Aber man kann es den Berlinern bei so einem Album eigentlich nicht übelnehmen, zumal der Song auch noch richtig bounct.
Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, die drei Frontmänner Pierre Baigorry, Frank A. Delle & Demba Nabe
mit ihren elf Musikern live zu erleben, wird mir sicher zustimmen, wie schwer diese Stimmung in Worte zu fassen ist.
Fette Beats, eine passende Sample-Auswahl und ein melodiöser Gesang - also ein gelungenes Erstlingswerk für chillige Tage am Strand und die coole Party am Abend...