Wallis Bird bringt mit ihrem zweiten Album "New Boots" eine musikalische Schatzkiste zu Tage.
Die energiegeladenen Stücke mit E-Gitarre und rauer Powerstimme, die zeitweise an Janis Joplin erinnert, überzeugen genauso wie die emotionalen Balladen in denen sie ihre Stimme sanft wie Tina Dico einzusetzen weiß. Das Gitarrenspiel, das keine Vergleiche mit Ani DiFranco zu scheuen braucht und die von Grund auf ehrlichen Texte in denen sie sowohl von ausgelassener Lebensfreude (To My Bones, When We Kissed the World fell in Love) als auch von ergreifenden Liebesgeschichten und Trennungsschmerz (Your Morning Dream, Measuring Cities) erzählt, sind in einer Zeit, in der Radiohits mit "BoomBoomPow-Texten" in aller Munde sind, sehr wohltuend.
Doch trotz all der Vergleiche ist es wichtig zu erwähnen, dass Wallis Bird keinen Abklatsch von Anderen Künstler darstellt, sondern etwas ganz Eigenes erschafft. Von rockigen Stücken (Can Opener), souligen Balladen (Made of Sugar) über folkige Stücke (Meal of Convenience) bis hin zu ausgefallenen Sounds (LaLaLand, Berlin) werden bei diesem Album Genregrenzen überschritten und vermischt, was zu einem ganz besonderen Gesamtbild führt.
Für mich ist es jetzt schon eines der besten Alben 2010. Übertroffen werden kann dieses Album nur durch ein Konzert der kleinen Irin - Glücklicherweise sind auf der deutschen Albumversion auch gleich 2 Live-Versionen vorhanden, sodass man sich einen Eindruck machen kann, dass Wallis Bird eine absolute Vollblutmusikerin ist, die nicht nur auf Platte überzeugen, sondern ihre Energie auf der Bühne fast noch besser umsetzen kann.