Hier ist es nun also, das vierte Album von Europas populärster Horrorpunkband. Doch nach mehrmaligem, intensiven Durchhören muss ich doch eingestehen, dass ich mehr erwartet hätte. Im Vorfeld konnte man in diversen Printmedien ja schon einiges über die Scheibe lesen, über Absichten und verfolgte Stilrichtungen. Dabei bekundete Sänger Thorsten Wilms, alias Rod Usher, stets, man wollte eine vielfältige Platte abliefern, mit Einflüssen sowohl aus Punk Rock, als auch Metal, sowie traditionellem Goth Rock. Doch auf dem Album selbst findet man davon nur bedingt. So ist "New Blood" doch mit Abstand das metal-lastigste aller bisherigen Alben. Ich weiß, "Horrorpunk" ist auch eine eher schwammige Genrebezeichnung, aber im Wesentlichen für Gruppen, die musikalisch im engeren Sinne dem Punk Rock, Death Rock oder Psychobilly zuzuordnen sind.
Zu den besseren Liedern zählen gewiss "Back to the Cemetery", sowie "Hier kommt die Dunkelheit", doch viele Lieder klingen zu ähnlich, es fehlt an herausragenden Momenten, so dass auch nach mehrmaligen Hören wenig hängen bleibt. Wo ist denn der genretypische Doo-Wop- und der angekündigte Singalong-Gesang? Davon hört man nur gelegentliches Aufblitzen.
Man verstehe mich nicht falsch, es ist nicht wirklich ein schlechtes Album, aber ein richtig mittelmäßiges, und im Vergleich zu den ersten drei Alben von The Other eine herbe Enttäuschung. Mein persönlicher Favorit bleibt dabei "We are who we eat". Zuletzt möchte ich jedoch noch das Cover-Artwork des Albums loben, zu dem man sich, laut eigenen Angaben, durch Kinoplakate neuerer Horrorfilme inspirieren ließ.