Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen John Illsleys Debutalbum und den "Dire Straits" im Allgemeinen. Da wäre der Drummer Terry Williams der auch auf den Dire Straits Alben "Alchemy" und "Brothers in Arms" am Schlagzeug saß, der Gitarrist Phil Palmer, der mit den Dire Straits jahrelang auf Tournee war und dabei die zweite Geige, pardon, Gitarre spielte, Saxophonist Chris White, der kurzzeitig auch in der Band war und dann ist da jene Gemeinsamkeit, die John Illsleys Album qualitativ in die Oberliga befördert, das Gitarrenspiel von Mark Knopfler, der auf 4 der 7 Stücke Illsleys in die Saiten greift und sich dabei, Gott sei Dank, gar nicht dezent im Hintergrund hält. Illsleys Stimme ist angenehm ruhig und unaufdringlich aber markant, dass er auch Gitarre spielen kann beweist er erst auf seinem 2. Album "Glass", das aber bei weitem nicht an "Never told a Soul" herankommt.
Der herausragenste Song ist der Titelsong, eine wunderschöne Ballade über eine scheinbar heimliche Beziehung, die stilistisch ein wenig an "Private Investigations" erinnert, nicht zuletzt durch die akustische Leadgitarre von MK.
"Northern Land" klingt ein wenig wie eine light-Version von "Telegraph Road" und auch "Let the River flow" und "The Night Cafe" haben Klasse. Den restlichen Songs merkt man das Fehlen von Knopflers Gitarrensound leider deutlich an.
Zur Disc an sich. Hierbei handelt es sich um eine Neuauflage der CD von Vertigo/Phonogramm aus dem Jahr 1984 und für Fans lohnt sich der Zweitkauf allemal, denn zum einen war die 84er Auflage extrem leise abgemischt, das wurde nun behoben und zum zweiten ist die 2009er Auflage mit einer Laufzeit von 40.17 min gegenüber der 84er Auflage (39,55min) um 22 sekunden länger, d.h. jeder Song wird um ein paar Sekunden später ausgeblendet.
Die Backcover sind etwas unterschiedlich und bei der Neuauflage aus dem Hause Creek Records handelt es sich nun um ein Digipack.