Der Reiz dieses Filmes liegt in der Tat nicht darin, etwas Neues in Sache Story zu bieten, denn er ist ein Remake des 1965 gedrehten "Feuerball". Vielmehr liegt sein Reiz darin zu sehen, wie Connery fast 20 Jahre später die Figur des Bond darstellt: souverän, präsent, aber auch mit dem Charme des "Mittfünfzigers", der die wilden Zeiten der Agentenpraxis hinter sich gelassen hat und sich in der "Hauptverwaltung" gnadenlos seinem Vorruhestand entgegen langweilt. Da kann man beim Training ruhig mal ein Messer einfangen und sich über den gesundheits- und kostenbewussten Führungsstil des neuen Chefs amüsieren, so lange der Champagner kalt und der Martini trocken bleibt. Interessant finde ich dabei die ironischen Anspielungen auf den alten Bond und die "neuen Verhältnisse". Im Einsatz zeigt sich Bond der Lage gewachsen und findet würdige Gegenspieler in Brandauer und Carrera, deren Rollen ebenfalls wie ironische Interpretationen der bekannten Bösewichter wirken. Der Film wirkt auf mich mehr durch die Details, mit denen die Schauspieler agieren und die in die Szenen in allen Ebenen integriert sind: Settings, Situationen, Requisiten etc., als durch die übliche Action und die Story. Wer's mag: die OV ist alleine durch die Akzente der Schauspieler und durch die ironische Rhetorik ein Genuß. Für Fans: double feature mit Feuerball & Never say Never again in dieser Reihenfolge hintereinander. Dieser Film ist für Connery ein würdiger Abschluss der 007-Reihe und gleichzeitig ein Klassiker. Shaken, not stirred.