Einem großartigen Instrumentalisten Team wie Kenny Baron (p), Ron Carter (b), Bucky Pizarelli (g), Lewis Nash (dr), David Newman (ts) und Hank Crawford (as), steht eine, trotz ihres jungen Alters absolut ebenbürtige Sängerin gegenüber, deren rhythmische Gestaltung an ein großartiges Vorbild wie Anita O'Day anknüpft.
Mir gefällt besonders, dass sie im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen auf unnötige „vocal effectations" verzichtet und sich dafür um so mehr um die Autentizität ihrer Interpretation und die Emotionalität ihrer herrlich sinnlichen Stimme bemüht, die mitten ins Herz trifft und beim Zuhören mühelos die Verbindung zwischen Text und Musik herstellt. Für sie scheint es, selbst in schwierigen Passagen keine Probleme in Intonation, Phrasierung oder Rhythmik zu geben.
Absolute Highlights sind die Stücke: - Detour ahead - ein gigantisch swingendes „Twisted" - und die beste „Never let me go" Interpretation, die ich kenne.
Diese unter dem >edel< Label erschienene CD bietet meiner Meinung nach für jeden Vokaljazzfreund etwas. Von einem fein ausgesuchten Repertoire an Balladen und Swingstücken spannt sie einen schönen Bogen hin zu einem zaghaften Hauch von Latin. Diese CD ist mein Tipp für den Koffer für die Insel.
Für absolut gelungen halte ich die großartigen Arrangements in denen der Charakter der Stücke über Tonart und Phrasierung erhalten bleibt. Besonders das von „My foolish heart", das feinfühlig mit Latin - Rhythmik arbeitet ohne den Bezug zum Jazzoriginal zu verlieren. Alle Musiker sind in ihrer Begleitung respektvoll zurückhaltend und einfühlsam darauf bedacht, die Linie der Songs zu unterstützen ohne den eigenen Stil zu verlieren.
Das Cover der CD ist für mich als Grafiker leider eher unprofessionell, da es die Stimmung der Musik nicht wiederzugeben vermag. Umso einfallsreicher der CD-Druck in Form einer alten Vinyl Platte.
Die Studioproduktion kann zwar keinesfalls den Eindruck ersetzen, den Jane Monheit auf der Bühne hinterlässt, zeigt aber, wie z.B. im Verse zu „I got it bad (and that ain't good)", den sie ohne Begleitung singt, zu welch reifen Ausdruck und technischen Qualitäten diese
Künstlerin fähig ist. Das haben bekannte Größen der Jazz-Szene, wie T.S.Monk und Peter Eldridge (New York Voices), bei dem sie Gesang studierte, sehr früh in ihrer jungen Karriere schon erkannt.
All das kann einen, dem Jazz verfallenen, Gesangsfreak wie mich zu dem hochtrabenden Wunsch verführen, einmal solch eine Band im Hintergrund zu haben und mit dieser Lorelei im Duett singen zu dürfen.