Produktinformation
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| 1. Das Vermächtnis | |||
| 2. Höscht beliebt - verschrien bei jedermann | |||
| 3. Vom Zwerg Latte | |||
| 4. Vom Väterchen Franz | |||
| 5. Von Hunger und Sättigung | |||
| 6. Bitte um Nachsicht | |||
| 7. Ballade vom Lästermaul | |||
| 8. Plädoyer für einen Gestrauchelten | |||
| 9. Fromme Bitte für Berlin | |||
| 10. Nach dieser Wahl | |||
| 11. Ballade vom alten Konrad | |||
| 12. Ballade vom veränderten Bewußtsein | |||
| 13. Wir hier und die da drüben | |||
| 14. Vom großen Schlachten der Dritten | |||
| 15. Ballade vom Essdepele | |||
| 16. Ballade von der fetten Margot | |||
| 17. Von Gesetzt, Raub und Mordkunst | |||
| 18. Unter die Strafe gestellt | |||
| 19. Ballade vom Schmoren und Verstoßen | |||
| 20. Ballade von der quicken Lüge | |||
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Die Aufnahmen die Sie hören, entstanden im Jahre 1965, ein Jahr des Umbruchs. Notstandsgesetze, Bildungsnotstand und Atomtod waren Schlagworte, für die Künstler, Schriftsteller und Pfarrer auf die Straße gingen. Es formierte sich der Widerstand derer, die im Bonner Parlament keinen Anwalt hatten. Ohnmacht kam auf, Wut machte sich breit.
Das deutsche Kabarett wurde zahm, verkam zum Popularitätsbarometer für Politiker, attackieren zu werden hebt das Image, machte wählbar.
Wolfgang Neuss, der Mann mit der Pauke dagegen, politisierte sich zunehmend. Nach langen Jahren als Komiker und Clown, erkannte er, was nach 1945 beiseite geschoben, einfach unter den Teppich gefegt wurde.
Genau da setzte Neuss an. Für diesen Ansatz hatte er sich eine neue Form ausgedacht. Keine Pauke? Nein, er ließ sich von Fatty George und seiner Band den Takt schlagen.
Neuss rezitiert, spricht fast durchgehend in Versen, hatte sich großen französischen Satiriker Francois Villon, poetisches Hemd ausgeliehen. Variiert dessen Gestus und Reime, aktualisiert sie, und übernimmt ihre wegwerfend unverschämte Aggressivität.
In seiner Villon Show setzt Wolfgang Neuss viel voraus. Er ist beschlagen und belesen wie kaum einer. Er kennt die Epoche und die Leute, denen er immer wieder ins Gesicht spuckt .Und Neuss hat auch keine Angst davor, den Neuss der frühen Jahre kritisch auf´s Korn zu nehmen.
Seine Testamentseröffnung ist vorsätzlich unerfreulich. Aber sie ist von einer fröhlichen Verzweiflung. Was er herstellt, hat einen bösen, zuweilen tückischen Charme. DAS KANN ER. Neuss Testament ein Programm, gemischt aus Jux und Schwermut, Irrtum und oft genial formulierter Wahrheit, Melancholie, und Spieltrieb, Selbstzerfleischung und purer Lebensfreude.
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