Immer wollte ich schon wissen, wie ich mir die heutige schlechte Laune meines Chefs erklären könnte, scheint es doch für den simplen Untergebenen oft undurchschaubar. Hier die Lösung: Macht macht krank. Muß sich ein normaler Angestellter sein ganzes Leben "von der Wiege bis zur Bahre" mit Chefs herumschlagen, so macht denen die Macht einfach Spaß, stellt sie doch meist das Gegenteil von dem dar, was der Chef als normaler Teil einer Gruppe wäre, unterdrückt nämlich. Er wird Chef, um selbst zu unterdrücken, so die These der Autoren. Doch ihre Analyse, die sehr unterhaltsam und interessant zu lesen ist, deckt beispielsweise in dem Kapitel "Kindheit: literarisch-psychoanalytischer Exkurs mit Sartre" noch viel tiefere Einsichten in die Chef-Seele auf. Es werden verschiedene Chef-Typen beschrieben, und das schöne ausführliche Stichwortverzeichnis macht es einfach, sogar Neurosen wie "Analcharakter", "Double-blind-Situation" oder "Narzißmus" nachzuschlagen. Na, wer danach seinen Chef noch nicht versteht... der kann noch Witze lesen. "Der Chef behandelt seine Mitarbeiter wie rohe Eier!" - "Was, so behutsam geht er mit ihnen um?"- "Nein, er haut sie einfach in die Pfanne!" Ein Buch, das für jeden Chef-geplagten zum obligatorischen Kanon gehören sollte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)