Im Vorwort zur 4. Auflage von "Memorix Neurologie" verspricht der Autor Prof. Peter Berlit in diesem "Büchlein" seien die Essentials" der klinischen Neurologie zusammengefasst. Und in der Tat bietet dieses Kompendium viele Tabellen und Grafiken mit wichtigen Zusammenfassungen für den klinischen Alltag. Beispielsweise finden sich Referenzwerte der neurologischen Untersuchungsmethoden und ausführliche Dosierungsschemata der verschiedenen medikamentösen Therapien. Doch das "Memorix" geht weit über die "Essentials" hinaus. Anschauliche Auflistungen geben auch über seltenere Differentialdiagnosen Aufschluss. In einer dieser Listen werden z.B. die typischen Symptome und wegweisenden Untersuchungen der verschiedenen Stoffwechselerkrankungen, die sich mit einer dementiellen Entwicklung äußern, aufgeführt. Stets steht das klinische Symptom im Vordergrund und erleichtert so die Handhabung dieses Buches im Alltag. Es finden sich Informationen z.B. zu erlaubten und verbotenen Nahrungsmitteln bei phytansäure- und phytolarmer Diät, genauso werden anatomische Grundlagen z.B. des Papillenödems auf Seite 1 repetiert, praktische Empfehlungen zur gutachterlichen Einschätzung peripherer Nervenschäden finden sich auf der letzten Seite. Doch bei aller Liebe zum Detail mit einer kompletten und facettenreichen Darstellung dieses komplexen Faches, verliert das Buch nie seine Übersichtlichkeit, Strukturiertheit und Alltagstauglichkeit. So ist es - wie sein Name schon sagt - zum Repetieren und Nachschlagen ein hilfreicher Leitfaden bei konkreten klinischen Fragestellungen. Im Kitteltaschenformat erleichtert ein Blick ins "Memorix" so manchen Nachtdienst oder so manche assistenzärztliche Entscheidung. Insofern ist das "Memorix" auch weniger für Studierende zum "Neu-Lernen" gedacht. Die anschaulichen Zeichnungen von Karin Baum fallen ebenso positiv auf. Was man jedoch im "Memorix" vermisst, sind neuroradiologische Bildbeispiele z.B. mit wegweisenden CCT- und cMRT-Befunden. Weiterhin wäre ein integriertes Bändchen als Lesezeichen gerade bei solch einem Nachschlagewerk sinnvoll gewesen. Insgesamt ist das "Memorix" von Prof. Peter Berlit also ein hilfreicher und anschaulicher Begleiter im klinischen Alltag, vor allem für den Assistenzarzt. Aber auch unabhängig von der konkreten Fragestellung macht es Spaß im "Memorix" quer zu blättern und sich kurz und bündig die verschiedenen Facetten der Neurologie zu vergegenwärtigen.