Der Mumenthaler/Mattle "Neurologie" 12.Auflage von 2008 ist gegenüber der 11.Auflage von 2002 in einigen Bereichen erneuert worden. Beispielsweise hat man das kleinere Format vergrößert, quasi sind die Seiten gleich geblieben, dafür aber größere Schrift und Abbildungen. Neu hinzu sind einige Abbildungen gekommen, jedoch nicht der Rede wert, Inhalte wurden aktualisiert, beispielsweise McDonald-Kriterien bei Multiple Sklerose, und missverständliche Textstellen neu geschrieben, wie Erklärungen zum Befreiungsmanöver von Schwindel. Der Index wurde deutlich erweitert und listet nun sehr viel mehr Stichwörter auf. Die Referenzen wurden wieder ins Buch aufgenommen.
Letzten Endes halten sich die Änderungen in Grenzen, wer wegen des Preises von 90 Euro überlegt zu der günstigeren 11.Auflage zu greifen, kann dies ruhig tun, denn im Grunde ist der Mumenthaler/Mattle - und das ist seine Stärke - geradezu zeitlos, denn seine Schwerpunkte liegen doch hauptsächlich in Klinik und körperliche Untersuchung.
Wer ein dickes Neurologielehrbuch sucht, allerdings dem der Poeck/Hacke zu technokratisch ist, wird den Mumenthaler/Mattle lieben, zumal dort Sachen drin stehen, die eigentlich wichtig sind, man jedoch in Neurologiebüchern selten findet, wie Befreiungsmanöver bei Schwindel mit Zeichnungen und Erklärungen oder Erklärungen welche Gefäße, welche Gehirnregionenversorgen und welche Symptome bei Ausfall damit verbunden sind.
Zwar hat der Mumenthaler/Mattle für Anfänger kein allgemein einleitendes Kapitel zur neurologischen Untersuchung und Diagnostika, doch alles steht sehr detailliert beschrieben dann bei bestimmten Krankheitsbildern. Beispielsweise die Bildgebung beim Kapitel Schlaganfall, EEG bei Epilepsie.
Großartiges Buch für alle, die die klassische Neurologie zu schätzen wissen, bei der man dem MRT-Bild sagen kann, was man sehen will und nicht das MRT-Bild einem sagt, was sein könnte.