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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Es hätte so schön sein können, 15. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Neununddreißigneunzig. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Ein "Insider" schreibt ein Buch über die Werbebranche und beichtet der Öffentlichkeit die Wahrheit über den Wahnsinn, der sich hinter den schönen Bildern einer verfälschten Wirklichkeit versteckt, die uns jeden Tag in Funk-, TV-Spots und Print-Kampagnen vorgegaukelt wird. Er erzählt, wie schamlos der Endverbraucher betrogen und belogen wird, wie berechnend die Branche uns alle hinters Licht führt und wie es hinter der vorgehaltenen Hand der Marketingbosse wirklich riecht... Das war zumindest das, was ich von dem Buch - einem "Skandalroman" (uiuiui) - erhoffte. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Der Roman beginnt tatsächlich, wie ich es erhoffte und macht sich schamlos über die Branche lustig. Aber nach und nach entwickelt sich alles zu einer langatmigen Geschichte, die zu sehr auf Sex, Drogen und gewollt wirren Phantasien rumreitet. Das letzte Drittel des Buches wandelt sich also von einer anfänglich persönlichen Abrechnung mit der Branche zu persönlich depressiven Selbstmitleid, womit dich der Autor selber den Wind aus den Segeln nimmt. Zurück bleiben ein paar wirklich gute und zitierbare Sätze, ein paar interessante An- und Einsichten und mehr leider nicht. Das Vermarktungskonzept zu dem Buch war gut, aber das Endprodukt konnte nicht so recht überzeugen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ganz amüsant, 6. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Neununddreißigneunzig. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Ich finde nicht, dass das Buch wirklich schockierend ist. Dazu ist es vielleicht zu überzeichnet. Läßt man die Überspitzung beiseite, so ist das alles normal. Ist kaum zu glauben, dass Beigbeder wegen dieses Buches wirklich gefeuert wurde; aber vielleicht ist das ja auch nur eine Legende. Beigbeder stellt Fragen, die wir uns alle schon gestellt haben. Er will demonstrieren, wie sinnlos die Welt hinter den Statussymbolen ist. Aber wußten wir das nicht vorher? Ändert das etwas? Es ist doch egal, ob es die Einsamkeit als Götze ist, die Langeweile (ein netter Ansatz von Beigbeder) oder eben der Porsche. Es bleiben dahinter die immer gleichen Fragen. Und die haben unzählige andere Autoren sicherlich schon viel früher stilvoller erörtert. Das beschreibende erste Drittel des Buches ist ganz amüsant zu lesen, dass es allerdings Nicht-Branchen-Insidern so viel gibt, wage ich zu bezweifeln. Das Buch ist so geschrieben, dass man schon den Verdacht hat, der Autor schreibt nur wegen des Skandals, des Ruhmes und des Geldes und führt sich damit ad absurdum. Beigbeder wirkt auf mich wie ein Profilneurotiker, der ein Problem mit (seiner?) Sexualität hat. Die pornographischen Details sind im Kontext eigentlich überflüssig und sind auch nicht wirklich skandalträchtig. Das Buch gewinnt nie wirklich an Tiefe, enthält aber einige sehr schöne Zitate. Abschließend ist meine Meinung, lest lieber "Der Fänger im Roggen", den Beigbeder so trefflich zitiert, der hat mehr Tragweite. Für eine Zugfahrt zwischen Düsseldorf und Frankfurt (oder -für die "global player"-einen Flug von Miami nach New York) ist "Neununddreißigneundzig" aber, wie schon gesagt, "ganz amüsant". Es liest sich so locker- flockig; wie ein Werbetext eben.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur für Werber ein echtes Schnäppchen!, 1. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Neununddreißigneunzig. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
39,90 für 6,99 ¤? Soviel kostet der mit unzähligen genialen, zitierfähigen Sätzen gespickte zugleich aufgrund der Sex- und Drogenepisoden als „shocking" zu bezeichnende Abrechnungsroman von Frederic Beigbeder über die Werbebranche. Unterhaltsam und witzig am Roman sind nicht nur die unzähligen klar formulierten, aphorismenhaften Gedanken, die weniger die Werbebranche als solche betreffen, als vielmehr unsere Gesellschaft als ganzes, sondern auch die locker flockig-leicht erzählten Bekenntnisse des Octave P., die das Leseerlebnis von „99 Francs", so der französische Originaltitel, zu einem Wahnsinnsausflug in die schrille, durchgedrehte Werbebranche machen. Der mehrfache Wechsel der Erzählperspektive - von der Ich-Perspektive, über Du, Er und Wir zu Ihr und Sie - gibt der Story einen zusätzlichen Dreh und trägt dazu bei, den Roman über „the guilty" zu dem zu machen, was er ist: Lustig, lüstern, lästernd, lakonisch, liebenswert!
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