Produktinformation
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| Disk: 1 |
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| 1. Accelerationen op. 234 (Walzer) |
| 2. Bauern-Polka op. 276 (Polka francaise) |
| 3. Bei uns z' Haus op. 361 (Walzer) |
| 4. Die Libelle op. 204 (Polka mazur) |
| 5. Ouvertüre |
| 6. Künstlerleben op. 316 (Walzer) |
| 7. Moulinet op. 57 (Polka francaise) |
| Disk: 2 |
| 1. Eljen a Magyar op. 332 (Ungarische Polka schnell) |
| 2. Im Krapfenwaldl op. 336 (Polka francaise) |
| 3. Frühlingsstimmen op. 410 (Walzer) |
| 4. Pizzicato-Polka op. 234 |
| 5. Csárdás |
| 6. Plappermäulchen op. 245 (Polka schnell) |
| 7. Jockey-Polka op. 278 (Polka schnell) |
| 8. An der schönen blauen Donau op. 314 (Walzer) |
| 9. Radetzky-Marsch op. 228 |
© Stereoplay
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Wie funktioniert das? Dafür gibt es verschiedene Gründe:
(A) Carlos Kleiber ist für mich DER Strauß-Dirigent schlechthin. Er atmet mit diesen schwer zu interpretierenden Komponisten (Johann und Josef), dh. er schafft es, ihre anscheinend so triviale Musik derart umzusetzen, daß die Genialität offensichtlich wird.
(B) Das Programm ist groß angelegt und abwechselungsreich. Walzer wechseln sich mit Polkas, Overtüren und Csardas ab und geben ein breites Spektrum dieser vielseitigen Musik, die wie ähnlich bei Mozart alle Facetten des menschlichen Lebens wiederspiegelt, ab.
(C) Kleiber hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, die absoluten Knaller mit in sein Programm aufzunehmen, angefangen mit den sehr knackigen "Accelerationen" bis hin zum "Künstlerleben" und zu den "Frühlingsstimmen".
Bei der "Bauern-Polka" möchte ich am liebsten zusammen mit dem Wienerphilharmonischen Männergesangsverein "mitlallen". (Zum Verständnis: Es gibt hier Passagen, wo die Philharmoniker tatsächlich singen müssen!) Gerade bei diesem Stück, genau wie bei den beiden Zugaben "Plappermäulchen" und "Jokey-Polka" von Josef Strauß, zeigt Carlos Kleiber seine Extraklasse. Diese Stücke sind einfach angelegt und überzeugen durch eine schmetternde Interpretation, so daß einem nur noch das Wort "Genial" von den Lippen kommt.
Im Stück "Bei uns z'Haus" schafft es Kleiber faszinierend, eine Wiener Heurigenathmosphäre zu schaffen, die heute kaum noch ein anderer Dirigent erreicht. Das Leiern ("G'Schlamperte") der Violinen in der Schlußcoda erinnert mich immer wieder an die Fiakerlieder, das wienerische Volksmusikgut und an die stark folkloristisch angelegte Wiener Filmmusik in den Hans-Moser-Filmen. Perfekt!
Nicht zu vergessen die "Pizzicato-Polka", die ich nirgendwoanders so schön interpretiert gehört habe wie auf dieser Aufnahme, und den "Ritter Patzman", ein Wahnsinns-Csardas, der zeigt, daß der Csardas als musikalische Form ein Herzstück in der Musik von Johann Strauß gewesen ist. (Als Beispiel auch der berühmte Csardas in der Flederamaus.)
Das Neujahrskonzert ist das berühmteste Klassik-Konzert der Welt.
Nur die besten Dirigenten sollten dieses Ereignis mit diesem wunderbaren Orchester dirigieren dürfen, quasi als Auszeichnung für ihre Leistungen. Für mich gehört ein Dirigent zu den Besten, wenn er in der Lage ist, die Musik der Strauß-Brüder richtig umzusetzen, die leicht ist, wenn man sie schlecht spielt, und nahezu unspielbar, wenn man sie gut macht. Im Moment scheint mir Carlos Kleiber der einzige Dirigent zu sein, der in der Lage ist, das Geniale in den Strauß-Werken nach außen sichtbar zu machen.
Wer vom Neujahrskonzert von 1989 nicht genug bekommt, der sollte sich unbedingt das Neujahrskonzert von 1992, natürlich mit Carlos Kleiber, kaufen. Ein wunderbares Konzert! Es gibt sogar beide Aufnahmen im Doppelpack.
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