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Neujahrskonzert in Wien 1989
 
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Neujahrskonzert in Wien 1989

Wiener Philharmoniker , Carlos Kleiber , Kleiber , Wp , Various Audio CD
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Produktinformation

  • Komponist: Various
  • Audio CD (22. Mai 1989)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Label: Sony Classical (Sony Music)
  • ASIN: B000026AYF
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.028 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Disk: 1
1. Accelerationen op. 234 (Walzer)
2. Bauern-Polka op. 276 (Polka francaise)
3. Bei uns z' Haus op. 361 (Walzer)
4. Die Libelle op. 204 (Polka mazur)
5. Ouvertüre
6. Künstlerleben op. 316 (Walzer)
7. Moulinet op. 57 (Polka francaise)
Disk: 2
1. Eljen a Magyar op. 332 (Ungarische Polka schnell)
2. Im Krapfenwaldl op. 336 (Polka francaise)
3. Frühlingsstimmen op. 410 (Walzer)
4. Pizzicato-Polka op. 234
5. Csárdás
6. Plappermäulchen op. 245 (Polka schnell)
7. Jockey-Polka op. 278 (Polka schnell)
8. An der schönen blauen Donau op. 314 (Walzer)
9. Radetzky-Marsch op. 228

Produktbeschreibungen

Stereoplay

So schön, so wunderbar weich, hauchzart-fein nuanciert bis aufs i-Tüpfelchen und hochgespannt-nervig kann man die Musik der Firma Strauß Vater & Söhne nur ganz ganz selten hören. Und selbst beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist dies ja keineswegs die Norm. Gewiß, man er- innert sich gern des frischen Winds im Vorjahr, als Claudio Abbado zum ers- ten Mal ans Pult geholt wurde, dieses rituelle Wiener Neujahrsopfer ohne Prätention zu zelebrieren; oder des Konzerts 1987, als Herbert von Karajan nicht nur die herrlich-quirlige Kathleen Battle den Frühlingsstimmen-Walzer wirbeln ließ, sondern höchstselbst beinahe einen Unfall verursacht hätte, als er für den Bruchteil eines Moments nicht präsent, einen falschen Einsatz gab und das Orchester nur durch vereintes Stummbleiben den Fehler fast unbe- merkt korrigierte. Ich gestehe gern, ich bin ein großer Bewunderer der Kunst von Carlos Klei- ber. Ein filigranes Webnetz wird bei ihm die "Fledermaus"-Ouvertüre, mit fast unmerklichen Akzenten läßt er die "Libelle" förmlich schwirren, kleinste Haltepunkte machen die "Acceperationen" zu einem Gewirr unter- schiedlichster Bewegungsformen.Ein fächelnder Wind wird bei ihm der "Früh- lingsstimmen-Walzer", ein flimmerndes impressionistisches Gemälde die "schöne, blaue Donau". Und "bei uns z'Haus", da gibt's keine Topfenstrudel, da speist man - Soufflé.

© Stereoplay


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die meisten großen Dirigenten kennen sich mit Wiener Walzer nicht aus. Ganz anders Carlos Kleiber. Er hat als junger Korrepetitor in Wien von der Pieke auf Wiener Walzer und Operette gelernt. Ob das damals sein größter Wunsch war, weiß man nicht. Jedenfalls hat sich dieser Lernprozess ein Leben lang ausgezahlt: bei seinen Aufführungen/Aufnahmen von Rosenkavalier und Fledermaus und besonders auch bei den beiden Neujahrskonzerten unter Kleibers Leitung (1989 und 1992). Die Musik der Familie Strauß in Vollendung. Für mich am hinreißendsten: "Die Libelle"; Kleiber zaubert hier einen irrisierenden Orchesterklang, bei dem man die Libelle über dem Teich förmlich vor Augen sieht.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wieder ein Meilenstein des einzigartigen Carlos Kleiber; angesichts seiner Fledermaus-Einspielung und seiner beiden Neujahrskonzerte wird seine Ausnahmestellung in Sachen Strauß-Dirigat deutlich. Nicht Krauss, nicht Karajan und schon gar nicht Boskovsky verleihen dieser charmanten, lautmalerischen und streckenweise ironischen Musik eine ähnlich sehnige Verve, eine preußische Präzision, die trotzdem Wiener Charme versprüht. Hier vereinen sich geradezu jubelnde Freude und Perfektion auf eine so noch nie gehörte, wundervolle Art. Wenn Strauß, dann bitte genau so: brillant und fesselnd!
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mein Klassiker 2. November 2002
Von Havauka
Wenn es mir schlecht geht, höre ich mir das Neujahrskonzert von 1989 an. Danach geht es mir wieder gut.

Wie funktioniert das? Dafür gibt es verschiedene Gründe:

(A) Carlos Kleiber ist für mich DER Strauß-Dirigent schlechthin. Er atmet mit diesen schwer zu interpretierenden Komponisten (Johann und Josef), dh. er schafft es, ihre anscheinend so triviale Musik derart umzusetzen, daß die Genialität offensichtlich wird.

(B) Das Programm ist groß angelegt und abwechselungsreich. Walzer wechseln sich mit Polkas, Overtüren und Csardas ab und geben ein breites Spektrum dieser vielseitigen Musik, die wie ähnlich bei Mozart alle Facetten des menschlichen Lebens wiederspiegelt, ab.

(C) Kleiber hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, die absoluten Knaller mit in sein Programm aufzunehmen, angefangen mit den sehr knackigen "Accelerationen" bis hin zum "Künstlerleben" und zu den "Frühlingsstimmen".

Bei der "Bauern-Polka" möchte ich am liebsten zusammen mit dem Wienerphilharmonischen Männergesangsverein "mitlallen". (Zum Verständnis: Es gibt hier Passagen, wo die Philharmoniker tatsächlich singen müssen!) Gerade bei diesem Stück, genau wie bei den beiden Zugaben "Plappermäulchen" und "Jokey-Polka" von Josef Strauß, zeigt Carlos Kleiber seine Extraklasse. Diese Stücke sind einfach angelegt und überzeugen durch eine schmetternde Interpretation, so daß einem nur noch das Wort "Genial" von den Lippen kommt.

Im Stück "Bei uns z'Haus" schafft es Kleiber faszinierend, eine Wiener Heurigenathmosphäre zu schaffen, die heute kaum noch ein anderer Dirigent erreicht. Das Leiern ("G'Schlamperte") der Violinen in der Schlußcoda erinnert mich immer wieder an die Fiakerlieder, das wienerische Volksmusikgut und an die stark folkloristisch angelegte Wiener Filmmusik in den Hans-Moser-Filmen. Perfekt!

Nicht zu vergessen die "Pizzicato-Polka", die ich nirgendwoanders so schön interpretiert gehört habe wie auf dieser Aufnahme, und den "Ritter Patzman", ein Wahnsinns-Csardas, der zeigt, daß der Csardas als musikalische Form ein Herzstück in der Musik von Johann Strauß gewesen ist. (Als Beispiel auch der berühmte Csardas in der Flederamaus.)

Das Neujahrskonzert ist das berühmteste Klassik-Konzert der Welt.
Nur die besten Dirigenten sollten dieses Ereignis mit diesem wunderbaren Orchester dirigieren dürfen, quasi als Auszeichnung für ihre Leistungen. Für mich gehört ein Dirigent zu den Besten, wenn er in der Lage ist, die Musik der Strauß-Brüder richtig umzusetzen, die leicht ist, wenn man sie schlecht spielt, und nahezu unspielbar, wenn man sie gut macht. Im Moment scheint mir Carlos Kleiber der einzige Dirigent zu sein, der in der Lage ist, das Geniale in den Strauß-Werken nach außen sichtbar zu machen.

Wer vom Neujahrskonzert von 1989 nicht genug bekommt, der sollte sich unbedingt das Neujahrskonzert von 1992, natürlich mit Carlos Kleiber, kaufen. Ein wunderbares Konzert! Es gibt sogar beide Aufnahmen im Doppelpack.

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