"Die Atomforschung" hat gar nichts "erwiesen", sondern ein Physiker hat eine theoretische Überlegung angestellt. (Für mich klingt sie nach Gebrüder Grimm, aber ich bin keine Physikerin)
Davon abgesehen fasst das Büchlein kurz und weitgehend korrekt die bekanntesten Forschungsergebnisse zusammen: fehlende Farbspuren, Blut, mediterrane Pollen, Theorien über den Weg des Tuches von Jerusalem nach Frankreich, die gerichtsmedizinischen Erkenntnisse daraus, fototechnische Abhandlungen, Aufzählungen welche Theorien zur Entstehung seit langem widerlegt sind usw.
Von "neuen Erkenntnissen" kann keine Rede sein.
Der Fototeil ist ansprechend gestaltet, bietet allerdings ebenfalls nur Altbekanntes.
Eine "Farbreportage über die Turiner Brandkatastrophe" wird man vergeblich suchen. Zwei oder drei Pressebildchen aus großer Entfernung vom brennenden Dom, ein Bild von einem der Feuerwehrleute, die das Tuch geborgen haben.
Das war es schon.
Positiv: Der Autor täuscht an keiner Stelle den Leser. Für ihn ist das Tuch kein Gegenstand der Forschung, sondern ein Zeichen, durch das Gott zu uns spricht. Er legt zwei persönliche Glaubensbekenntnisse ab: zum christlichen Glauben und zur Echtheit des Tuches.
Negativ: Ein wikipedia Artikel bietet an Information etwa dasselbe.
Fazit: Ein gefälliger Aufsatz eines gläubigen Christen mit netten Fotos, mehr nicht. (Und mehr konnte man vom Christiana-Verlag auch kaum erwarten.)
Titelvorschlag: "Warum ich an die Echtheit des Turiner Grabtuchs glaube. Mit Hinweisen auf das geschichtliche Handeln Gottes. Schöne Bilder."