Aus der Amazon.de-Redaktion
Kai Havaii und seine Mannen von Extrabreit haben das schlitzohrige Provozieren nicht verlernt und titulieren sich selbst als Good Old Boys. Mit
Neues Von Hiob und dem Untertitel Sie hießen die Breitinis - das war das einzig Menschliche an ihnen machen sie im 28. Jahr ihrer Karriere wieder einen Rundumschlag in Sachen Gesellschaftskritik, bei dem Amokläufer, gierige Promi-Idole, dröge Deutschrockbands, biedere Spätpunks oder großmäulige Politiker-Feiglinge ihr Fett wegbekommen. St.Kleinkrieg haut in die Gitarren, dass es nur so schwirrt, der Sound wandert gesund zwischen Pop-Punk und Pogo-Rock ohne großen Firlefanz, und gesungen wird, dass es eine Freude ist. Sogar A-cappella beim Schluss von Verrückte Welt, wo die Rolling Stones auf die Prinzen treffen. Dieser altersweise Song mit der Aussage über den Alltagsirrsinn ist Dreh- und Angelpunkt der 16 Stücke auf dem Album. Weil Extrabreit mit viel Selbstironie das Älterwerden der ewig jungen Punks auf die Schippe nehmen, sei es nun die unausrottbare Liebe zur Musik und den Lärm - so die erste Single - oder liebesbedürftige, einsame Punks des nachts mit dem Wunsch Küss mich. Großartig sind Freitag Nacht, das Clockwork-Orange-Szenario heutiger Wochenend-Spaßkultur und natürlich Tanzen in zwei Versionen, ein schwarzhumoriger Tanz auf dem Vulkan bei der Untergangsparty mit Riffs aus Seemann, lass das träumen der United Balls. Extrabreit sympathisch.
-- Ingeborg Schober