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Produktinformation
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Für sein Buch hat Vorgrimler auf seine reiche Erfahrung als Fachmann für das II. Vatikanische Konzil zurückgegriffen, auf dem sich die katholische Kirche Anfang der 60er-Jahre der säkularen Welt öffnete. Gemeinsam mit dem Theologen Karl Rahner hatte Vorgrimler ein Konzilskompendium verfasst, das bis heute 28 Auflagen und viele Übersetzungen erreicht hat. Kein Wunder also, dass Vorgrimler in vielen der 891 Artikel seines Buches die Beschlüsse des Konzils zugrunde legt. Auf diese Weise verankert er sein Lexikon einerseits in der offiziellen römischen Theologie -- andererseits schlägt er die Vatikan-Lehre(r) mit eigenen Waffen, wenn sich der Klerus zu eng vom weiten Geist des Konzils entfernt.
Theologischen Laien bietet Vorgrimler reichlich Material und macht sie auf diese Weise sprach- und streitfähig für theologische Debatten. Wieso Priester zölibatär leben, weshalb die katholische Kirche die Ökumene mit anderen Konfessionen suchen muss statt sich abzugrenzen, warum der Papst nicht immer unfehlbar ist: Diese aktuell heiß diskutierten Fragen beantwortet Vorgrimler ebenso wie er die Lehren und Irrlehren der Kirchengeschichte präzise schildert. "Postmoderne", "Lohnmoral", "Macht und Herrschaft" finden sich ebenso wie Artikel zu theologischen Insider-Themen wie "Logosmystik", "Reprobation" und "Entelechie". Computer-Nutzern hat der Verlag das Buch mit vielen Querverweisen auf CD-ROM spendiert; zusätzlich finden sich darauf die Dokumente des II. Vatikanums. Auch für Protestanten ist Vorgrimlers Lexikon eine lohnende Anschaffung, um den Reichtum und die Grenzen der derzeitigen römisch-katholischen Theologie zu begreifen. --Uwe Birnstein
Angesichts in letzter Zeit immer mehr antiökumenischer Bestrebungen aus Rom zeigt das kompakte Handbuch den möglichen Horizont katholischer Theologie auf. Die wesentlichen theologischen Themen aus Dogmatik und Bibelwissenschaft, Kirchengeschichte und Moraltheologie, Spiritualität und interreligiösem Dialog sind ökumenisch sensibel erfasst. Herkunft und Bedeutung der Begriffe und ihr Problemhintergrund werden sorgsam abgewogen, aber auch wissenschaftlich präzise erläutert - und das alles in einer für theologische Literatur erfreulich verständlichen Sprache.
Bei aller wissenschaftlicher Seriosität erklärt Vorgrimler viele Stichworte mit deutlicher Sympathie, so wenn er christliche Basisgemeinden als "Prototyp für innovative Sozialformen des Christentums" würdigt, den Kampf der Amtskirche gegen die Befreiungstheologie als "durch gewollte Mißverständnisse, Unverständnis für das Pathos der befreienden Sprache, Furcht vor marxistischer Unterwanderung der Kirche gekennzeichnet" sieht, oder beim Begriff "Frauenordination" feststellt, dass es "zwingende theol. Gründe für einen Ausschluß der Frauen vom ‚geweihten Amt', auch vom Weihepriestertum, nicht gibt".
Beim innerkirchlichen Modewort der "Communio-Theologie" gibt Vorgrimler zu bedenken, diese Redeweise könne "interessebedingt (...) dazu dienen, (...) Forderungen nach Mitsprache aller in der Kirche usw. ideologisch abzuweisen"; bei den in letzter Zeit arg strapazierten "unfehlbaren" oder "definitiven" Aussagen erinnert er das Lehramt an die "argumentative Beweispflicht; die bloße Behauptung, seine Ansicht sei authentisch u. definitiv, gehört nicht in den Bereich des Glaubens, sondern sie ist allenfalls disziplinarischer Natur." Wie ein vorweggenommener Kommentar zur umstrittenen Enzyklika "Dominus Iesus" liest sich sein Beitrag zur pluralistischen Theologie: "In dieser Situation muß die kirchliche Leitungsinstanz in erheblich größerem Umfang als früher den theologisch Tätigen die Verantwortung dafür überlassen, daß sie sich selber ehrlich in Übereinstimmung mit dem kirchlichen Bekenntnis befinden".
Mehr als eine "Zugabe" ist die beiliegende CD-ROM: neben allen Stichwörtern des Buches finden sich die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, die bequem als Zitate in eigene Texte eingebaut werden können. Dank des Computers ist nun auch eine Volltext-Recherche über den ganzen Datenbestand möglich, sowie das direkte Springen von Stichwort zu Stichwort über die verlinkten Hinweise.
(Thomas Wystrach, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Kirche von unten)
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