Ich habe mit großer Freude das Buch ausgepackt und die Bildtafeln Maria Sibylla Merian der habe mich auch nicht enttäuscht.
Den Text finde ich nicht mehr zeitgemäß und ich denke, dass der Inselverlag hier einen moderneren Autor für einen neuen Text hätte verpflichten können und das statt des Nachdrucks ein Neudruck besser gewesen wäre.
Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Maria Sibylla Merian und mit der Nürberger Mahlerordnung, der es der Künstlerin verbat mit Öl auf Leinwand zu malen.
Im Zuge dessen habe ich mir natürlich auch einige Fachliteratur gekauft. Unter anderem auch das hier vorliegende Insel Taschenbuch Neues Blumenbuch, ein Nachdruck von 1966. Im Impressum steht auch ausdrücklich, dass die Texte aus jener Zeit stammen.
Ich las das Impressum erst, nachdem ich mir diesen Satz auf der Zunge zergehen ließ und mir dachte, dass kann heute keiner mehr schreiben:
Das was ihre Bilder so anziehend macht, ist nicht so sehr die kunstvoll stilisierte Note, auch nicht die Großartigkeit der Darstellung, sondern das naturhaft Echte und Schlichte und dabei doch geschickt und dekorativ Zusammengeordnete, jene typisch frauliche Begabung und praktisch-künstlerische Wesenserschliessung." Zitat von Helmut Deckert, der den Text zum vorliegenden Buch schrieb.
Maria Sibylla Merian wurde also zweifach gestraft, in ihrer Zeit verbot ihr die Zunft das Malen von Ölgemälden und 1966 wurde auch noch ihre grafische Leistung als frauliches Talent geschmälert.
Zur Zeit läuft in Berlins Kupferstichkabinett die Ausstellung "Aus Rembrandts Zeiten" wo auch kunstvolle Blumenzeichnungen von Holländern zu sehen sind! Die Blumen waren also kein alleiniges Thema nur für Frauen!
Susanne Haun