Bei der Diskussion um dieses Buch wird den Autorinnen zum Vorwurf gemacht, dass es "nur" ihre persönliche Erfahrung sei, die sie beschreiben, und dass es daher keinen allgemeingültigen Charakter habe. In diesem persönlichen Ansatz liegt für mich gerade die Stärke des Buches, denn es erfordert Mut, sich hinzustellen und zu erzählen, wie man die ganz alltägliche Diskriminierung von Frauen in einer Zeitungsredaktion am eigenen Leib erfährt, oder welche Wunden die Unverbindlichkeit bestimmter Männer in einem hinterlässt. Es erfordert großen Mut, so schonungslos und offen über sich selbst zu schreiben. Ich würde wetten, dass keiner, der dem Buch diesen Ansatz zum Vorwurf macht, diesen Mut selbst aufbringen würde. (Ich übrigens auch nicht, nebenbei gesagt).
Es gibt aber noch etwas anderes, was bei der Diskussion um dieses Buch gesagt werden muss. Es ist brillant geschrieben. Ganz fein, reduziert, klug. Ich habe es mit großer Begeisterung gelesen.
Ich bin Anfang dreißig, lebe in einer deutschen Großstadt und sehe mein Lebensgefühl in diesem Buch widergespiegelt. Ich finde es exemplarisch für meine Generation, auch wenn ich nicht Jana Hensel oder Elisabeth Raether bin. Aber davon, bitteschön, muss man dann schon abstrahieren können...