Wer eine kompakte, preiswerte, anschauliche und ausserdem gut und spannend lesbare Literaturgeschichte sucht, ist mit Peter Brenners Buch bestens beraten. Ueberblickskapitel widmen sich der neueren deutschen Literatur von der fruehen Neuzeit über Klassik, Romantik, Realismus, 'Drittes Reich' und Exil bis zur Gegenwartsliteratur; am Ende steht das "Weite Feld" des Nobelpreiostraegers Grass. Sozialgeschichtliche Zusammenhaenge, aesthetische Grundlagen und repraesentative Epochentexte werden bei aller Knappheit einlaesslich behandelt. Wohltuend ist der asketische Umgang mit Zitaten: der eigene Zugang zum Werk dominiert. Zu guter Letzt ist Brenners Literaturgeschichte ein vorzuegliches Kompendium fuer Pruefungskandidaten aller Klassen. Freilich: die Lektuere der deutschen Literatur ersetzt es nicht (wie alle guten Literaturgeschichten). Wer wissen will, wie Effi Briests Hund heisst, muss schon bei Fontane selbst nachlesen. MB