Nach der Lektüre von Heup's "Bär, Luchs und Wolf" ist Dudek's "neue Wildnis Deutschland" eine Enttäuschung. Aufmachung, Umfang und Rückentitel-Beschreibung lassen Portraits, Tipps, Hinweise, Hintergründe und Informationen vermuten.
Zu Lesen bekommt man ein unentschlossenes Werk zwischen Reisebericht, Home-Story-Interview mit "Wildhütern", angerissenen Hintergrundberichten zur jeweiligen Tierart und am Ende eines jeden Berichtes einen >Merkmal-Katalog< zur jeweiligen Tierart, der auch nichts neues offenbart; die Fotos sind qualitativ gut, wenn auch einige aus dem Familienalbum stammen könnten und von der Motivaussage her auch den schwachen Text nicht weiterbringen.
Micha Dudek hat sich nicht entscheiden können: Er wollte offenbar auch die Menschen hinter den zurückkehrenden Tieren in den Blickpunkt rücken, das allerdings ist ihm ebensowenig ansprechend gelungen, wie die konkrete Beschreibung der Umstände der Rückkehr einer jeden Tierart - die mal mehr, mal weniger angerissen wird.
Am hilfreichsten ist da noch die Zusammenstellung der Projektkontaktdaten am Ende des Werkes - die bekommt man aber auch über's Internet.
Insgesamt ein unentschlossenes Werk, auf das der naturinteressierte Leser ganz beruhigt verzichten kann; mit einem Spaziergang durch den Stadtpark und Spatzen beobachten ist man da besser bedient, als wenn man die Zeit mit dem Blättern in diesem Buch vergeudet.