Das Buch gehört zu den wenigen Aufklärungsschriften für akut traumatisierte Patienten und ist eines der noch selteneren seriösen Exemplare dieser Art von Schriften. Der Autor, Prof. G. Fischer, Uni Köln leitet seit Jahren regionale und überregionale Projekte der psychologischen Soforthilfe und Nachsorge bei Katastrophen und Gewaltverbrechen, so bei den Opfern der Zugunglücke von Eschede und Brühl, dem Concordeabsturz . Aus dieser Arbeit der letzten 10 Jahre ist die Informationsbroschüre entstanden. Sie bündelt die vielfältigen Erfahrungen, was den Betroffenen hilft, was zu tun ist nach einer schweren Belastung und was möglichst vermieden werden sollte. Die Broschüre enthält Vorschläge und Tips zur Selbsthilfe, zeigt aber immer auch deren Grenzen auf. Diese Umsicht kommt schon im ersten Ratschlag zum Ausdruck, wo es heißt: "Medizinische Maßnahmen haben Vorrang ...". Die Hauptabschnitte behandeln folgende Themen: Was ist ein Trauma?, an welchen Anzeichen können Betroffene es bei sich erkennen; Wie kann das Trauma überwunden werden? Mit Entspannungsübungen, Anregungen zum Aufbau eines Tagesrituals, mit Stabilisierungsmaßnahmen und -techniken, Tipps zu körperlicher Roborierung und geeigneter Diät (um die Widerstandskraft des Körpers stärken). Weiter wird informiert über typische Folgen traumatischer Situationen, wie Unfälle, Gewalterfahrung, Naturkatastrophe; Warnsignale für traumatische Ereignisse werden benannt. Der Abschnitt "Wie kann man Kindern helfen?" enthält wertvolle Tipps zur psychologischen Ersten Hilfe bei traumatisierten Kindern; Häufig gestellte Fragen werden beantwortet. Das letzte Kapitel heißt "Wann wende ich mich an Fachleute - die Grenzen der Selbsthilfe erkennen". Die Philosophie dieses Buches besteht darin, den natürlichen Erholungsprozeß von Betroffenen nach einer schweren Belastungssituation gezielt zu unterstützen und alles zu vermeiden, was ihm entgegensteht. Das kleine Buch enthält viel Wissenswertes zu Trauma und Traumaverarbeitung, nicht nur für Patienten, sondern auch für Fachleute. Dennoch ist sie für medizinische Laien geschrieben in einem sprachlich sehr gut nachvollziehbaren Stil und vermeidet Fachausdrücke. Die Broschüre kann Betroffenen zur Eigenlektüre empfohlen werden. Sie eignet sich aber auch als Grundlage für ein weiterführendes therapeutisches Gespräch, für fachliche Beratung und Therapie akut traumatisierter Menschen. Im Ganzen: Eine Bereicherung therapeutischer Möglichkeiten im Umgang mit einer immer noch nicht ausreichend gewürdigten Patientengruppe, die durch die schrecklichen Ereignisse der letzten Wochen (WTC in NY) vermehrt Beachtung sucht und hoffentlich findet.