1797 Harry (ab 1825: Heinrich) Heine wird am 13. Dezember als ältestes Kind des Tuchhändlers Samson Heine und seiner Frau Betty, geb. van Geldern, in Düsseldorf geboren.
1814 Heine verläßt ohne Reifezeugnis das Düsseldorfer Lyzeum und besucht die Handelsschule.
1815 Er schreibt regelmäßig Gedichte.
1816 Heine beginnt – nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen in Frankfurt – im Bankhaus seines Onkels Salomon Heine in Hamburg eine kaufmännische Lehre. Liebe zu seiner Cousine Amalie.
1818 Salomon Heine ermöglicht seinem Neffen die Eröffnung eines Manufakturwarengeschäftes in Düsseldorf (Harry Heine & Comp.). Der Betrieb wird bereits im Frühjahr des darauffolgenden Jahres wegen drohenden Bankrotts liquidiert.
1819 Heine holt die Maturitätsprüfung nach und beginnt, finanziell weiterhin unterstützt von Salomon Heine, das Studium der Rechts- und Kameralwissenschaft in Bonn.
1820 Bekanntschaft mit August Wilhelm Schlegel. Byron-Übersetzungen. Das Drama
Almansor entsteht. Fortsetzung des Studiums in Göttingen. Anfang 1821 wird er wegen einer Duellaffäre für ein halbes Jahr der Universität verwiesen.
1821-23 Fortsetzung des Studiums in Berlin. Heine hört Vorlesungen u. a. bei Friedrich Karl v. Savigny, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und den Philologen August Boeckh und Friedrich August Wolf. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens.
1821 Erste Buchveröffentlichung Heines (Dezember):
Gedichte, Maurer: Berlin 1822.
1822 William Ratcliff (Drama),
Briefe aus Berlin. Heine tritt dem »Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden« bei. Polenreise.
1823 Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo erscheint bei Dümmler in Berlin.
1824 Fortsetzung des Studiums in Göttingen. Harzreise. Besuch bei Goethe in Weimar.
1825 Übertritt zum Protestantismus. Am 28. Juni Taufe auf den Namen Christian Johann Heinrich (den Taufschein nennt Heine das »Entreebillett zur europäischen Kultur«). Promotion zum Dr. jur. (20 Juli). Im Spätsommer erste Reise nach Norderney und Arbeit an der
Nordsee. Nach einem Aufenthalt in Lüneburg zieht er nach Hamburg. Die dort geplante Anwaltslaufbahn scheitert.
Die Harzreise erscheint im »Gesellschafter«.
1826
Beginn der Beziehung zu Julius Campe; Bd. 1 der
Reisebilder erscheint in seinem Verlag.
1827 Das
Buch der Lieder und Bd. 2 der
Reisebilder erscheinen. Reise nach England. Bd. 1 der
Reisebilder wird in Österreich und in den Rheinprovinzen verboten. Heine wird Redakteur von Cottas
Neuen allgemeinen politischen Annalen in München.
1828
Italienreise. Der Plan, sich in München als außerordentlicher Professor niederzulassen, zerschlägt sich. 2. Dezember: Tod des Vaters.
1829
Rückkehr nach Hamburg, dann Arbeit an Bd. 3 der Reisebilder in Berlin und Potsdam; im Sommer auf Helgoland, dann wieder Hamburg. Nach der Veröffentlichung der Reisebilder im Dezember scharfe Angriffe auf Heine wegen der Platen-Polemik in den Bädern von Lucca.
1830
Auf Helgoland erfährt Heine von der Juli-Revolution in Paris.
1831
Der 4. Bd. der Reisebilder erscheint. Es gelingt Heine nicht, in Hamburg eine berufliche Existenz aufzubauen, und er übersiedelt ins freiwillige Exil nach Paris (Ankunft dort am 19. Mai).
1832
Heine wird Korrespondent der Augsburger ›Allgemeinen Zeitung‹ (Französische Zustände, Buchausgabe 1833).
1833
In Frankreich berichtet Heine in »L’Europe litteraire« über Deutschland; die Artikelserie faßte er unter dem Titel »L’état actuel de la littérature en Allemagne. De l’Allemagne depuis Madame de Staël« zusammen; deutsch: Zur Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland (später unter dem Titel »Die romantische Schule« [1835]). Probleme mit der Zensur erzwingen die Einstellung der Berichterstattung über die »französischen Zustände«. Im ersten Band von Der Salon publiziert Heine u. a. das Romanfragment Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski.
1834
Heine lernt seine spätere Frau Crescence Eugénie Mirat (»Mathilde«) (1815-1883) kennen.
1835
Verbot seiner Schriften in Deutschland durch den Bundestagsbeschluß gegen das ›Junge Deutschland‹. Im zweiten Band des Salon erscheint u. a. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Erste Lähmungserscheinungen und Augenleiden.
1836
Heine bekommt von der französischen Regierung eine Pension zugesprochen.
1837
Der dritte Band des Salon enthält u. a. den Essay Elementargeister und das Erzählfragment Florentinische Nächte. Als »Vorrede zum dritten Theile des Salon« erscheint separat Über den Denunzianten (gegen den Schriftsteller und Literarhistoriker Wolfgang Menzel).
1838
Der Schwabenspiegel.
1839
Shakespeares Mädchen und Frauen mit Erläuterungen von H. Heine. Offener Brief an Campe: Schriftstellernöten.
1840
Ludwig Börne. Eine Denkschrift erscheint unter dem von Heine abgelehnten Titel »Über Ludwig Börne«. Im vierten (und aus ökonomischen Gründen letzten) Band des Salon erscheint das Romanfragment Der Rabbi von Bacherach. Heines Berichte aus Paris (»Lutetia«, d. i. der lateinische Name für Paris) beginnen in der Augsburger »Allgemeinen Zeitung« zu erscheinen (bis 1843).
1841
Heirat mit Créscence Eugenie Mirat. Erste »Zeitgedichte«.
1843
Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (satirisches Versepos). Deutschlandreise. Bekanntschaft mit Karl Marx in Paris; Mitarbeit an Marx’ und Arnold Ruges »Deutsch-französischen Jahrbüchern«. Heine verkauft gegen eine jährliche Rente alle Verlagsrechte seiner Werke an Campe.
1844
Zweiter und letzter Deutschlandbesuch. Tod von Salomon Heine; Erbschaftsstreit. Weitere Zusammenarbeit mit Marx beim »Vorwärts!«. Deutschland. Ein Wintermärchen und Neue Gedichte erscheint.
1845
Heines Gesundheitszustand verschlechtert sich: Erblindung auf einem Auge, die Lähmungserscheinungen schreiten fort.
1848
Mitte Mai: Heine wird bettlägerig; Beginn der »Matratzengruft«.
1851
Der Dichter Heine meldet sich zurück mit dem Ballettlibretto Der Doctor Faust. Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst und dem Romanzero, einem Gedichtzyklus mit den Teilen »Historien«, »Lamentationen« und »Hebräische Melodien«.
1854
Drei Bände Vermischter Schriften erscheinen. Darin: Geständnisse; Gedichte. 1853 und 1854; Die Götter im Exil; Die Göttin Diana; Ludwig Marcus. Denkworte; Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben (stark erweiterte und aktualisierte Version seiner Korrespondentenberichte von 1840-1843 nach Augsbur...