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Dieses kleine aber feine Büchlein nimmt viele von Münklers Thesen und nimmt sie eindringlicher unter die Lupe.
Herfried Münkler ergreift zuerst das Wort und stellt einleitend noch einmal seine wichtigsten Thesen vor und versucht einen Blick in die Zukunft des Krieges.
Volker Matthies kritisiert die Bessesenheit der Friedensforschung auf den Krieg und fordert eine Hinwendung zu wichtigeren Themen wie der Kriegsprävention. Des weiteren kritisiert der die Reduktion der Neuen Kriege auf rein ökonomische Aspekte.
Peter Lock analysiert die regulären, informellen und kriminellen Strukturen der Weltwirtschaft und ihre Bedeutunge für die Akteuere der Kriege. Die Analyse der Warlordfigur als Unternehmer erscheint gewinnbringend.
Sven Chojnacki geht der Frage nach Gewaltakteuren und Gewaltmärkten nach und schlussfolgert, dass gegenwärtige Entwicklungen nichts Neues sind. Insbesondere die Unterscheidung in "alte" und "neue" Kriege erscheint ihm dabei fragwürdig. Er fordert vielmehr eine Weiterführung der Typologie hin zu "substaatlichen Kriegen".
Paul Russmann geht dem Phänomen Kindersoldaten nach, liefert außer einigen beeindruckenden Erlebnisberichten von Kindern in Uniform allerdings nichts Neues.
Catherine Götze analysiert sehr gut das Dilemma der Hilfsorganisationen in bewaffneten Konflikten. Ausgehend von deren Anspruch als neutraler Helfer zu wirken, wird schnell klar, dass kaum eine Organisation dem gerecht werden kann.
Peter I. Trummer stellt sich die Frage, ob die Weltgemeinschaft wirklich etwas aus den Völkermoden des 20. Jahrhunderts gelernt hat und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass dem leider außer blanker Lippenbekenntnisse nicht so ist.
Christian Büttner und Magdalena Kladzinski gehen der Bedeutung von Medien im Krieg nach, nehmen dabei aber leider keinen Bezug auf die "Neuen Kriege", sondern bleiben bei der Suche nach der objektiven journalistischen Wahrheit ein bisschen in nichtssagender Polemik stecken.
Was ein bisschen fehlt ist eine Perspektive. Außer Münkler ist liefert kaum jemand Perspektiven. Mitunter verharrt man sogar in naiven Wunschvorstellungen. Natürlich ist dies auch sehr schwer, aber da hätte ich mir etwas mehr vorgestellt.
Insgesamt aber für einen in Münklers Thesen Interessierten lohnend.
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