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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
EAV - Vorsicht, bissig!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Neue Helden braucht das Land (Audio CD)
Jahrelang ist die Erste Allgemeine Verunsicherung als reine Klamauk-Band verkannt worden. Dies dürfte mit dem Erscheinen von Neue Helden braucht das Land" ein Ende haben. Komponist und Texter Thomas Spitzer macht seinem Namen wieder alle Ehre und teilt eine Spitze nach der anderen aus - an die Volksverdummer und an diejenigen, die sich verdummen lassen. Hochpolitisch, aber zugleich komisch bezieht die Band Stellung gegen den geistig-moralischen Verfall der Masse, gegen Geldgier, Machtgier und die ewig Gestrigen - und statt dabei den Zeigefinger zu erheben, wird er mitten auf den wunden Punkt gelegt.Im Song Rabatt, Rabatt" wird der sinnentleerte Mensch auf der Jagd nach einem Lebensinhalt in Form von Sonderangeboten ins Visier genommen. Dass Seelenheil und Materialismus eng beieinander liegen, zeigt auch Simsalabim (die Esoterroristen)". Kritik an der Scheinheiligkeit und Doppelmoral institutionalisierter Religion (=Kirche) war ja schon immer eines der Lieblingsthemen der EAV und so darf es auch auf diesem Album nicht fehlen, siehe Nostradamus". Findet der Mensch seinen Heilsbringer nicht in der Religion, dann bleibt immerhin noch die Politik. So bekommt Präsident Obama in einer Fortsetzung von God bless America" musikalische Mitleidsbekundungen und sein Vorgänger zum Abschied einen Tritt in den Allerwertesten. Doch auch die Kultur - oder das, was einige dafür halten - bekommt ihr Fett weg: So geht es im Titelsong um die Verflachung der (Fernseh-) Unterhaltung und in Supertürke" - dem mutigsten Song des Albums! - um das vermeintlich kulturell legitimierte Verfechten steinzeitlicher Geschlechterrollen entgegen der Gleichberechtigung von Männlein und Weiblein. Von der Beziehung zwischen den Geschlechtern handelt auch Männer brauchen Tritte" - quasi der ,böse Zwilling' zu Roger Ciceros Nicht artgerecht". Um Toleranz" wirbt die EAV, indem sie zeigt, was darunter NICHT zu verstehen ist: In einem vor Klischees (und Schnaps) triefenden Stammtischgespräch liefern sich zwei einfach gestrickte, chauvinistische ,Gutmenschen' einen Phrasen-Schlagabtausch in schwarz-weiß. Der Song Bitte, Bier" erscheint wie ein Versuch der Band, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben: Ich ahne schon, dass das Lied unfreiwillig(?) zur neuen Ballermann-Hymne werden wird! Es hat schon vorherige Hits der EAV ausgezeichnet, dass man sie auf zwei Ebenen hören kann: Wer die Texte wirklich versteht, kann den anspruchsvollen Kanal auch mal ausblenden und einfach lauthals mitsingen. Denjenigen, die erst gar nicht merken, was sie da singen, ist eh' nicht mehr zu helfen. Es bleibt aber wie schon zuvor auch bei diesem Lied zu hoffen, dass sich wenigstens ein Teil der ernsten (wenn auch nicht bierernsten") Aussagen im Hirn festsetzt, indem sie - gekleidet in Humor und beschwingte Melodien - leichter daherkommen, sich quasi von hinten anschleichen. Wenn die nackte Wahrheit exhibitioniert vor uns steht, hat dies meist nur zur Folge, dass das Volk sich angewidert wegdreht. Die EAV hingegen lacht sie aus! Sanftere Töne schlägt die Band im ungewohnt nostalgischen Beim Ceijtei im Hof" an und auch Wie schön (wär diese Welt)" ist eher nachdenklich als boshaft. Der Anfang des Songs mutet sogar fast meditativ an. Die Artenvielfalt der Musik auf diesem Album reicht von Ethno-Pop über Rock bis hin zum Metal, vom Electro-Beat über Country und Liedermacher-Folk bis hin zu Jazz und Swing - immer genau passend zur Thematik des jeweiligen Songs und fast immer ausgesprochen tanzbar! Auch die Stimme und Diktion, mit der Klaus Eberhartinger die Songs interpretiert, ist enorm variabel und erfrischend. Daher verwundert es ein Wenig, dass für Toleranz" Paul Kindler angeheuert wurde, um an Stelle des EAV-Sängers den Dialog zusammen mit Thomas Spitzer aufzunehmen. Alles in allem ist Neue Helden braucht das Land" eine herrlich vielseitige und unterhaltsame Scheibe! Bei aller verbalen Bissigkeit werden die Wunden durch viel Witz und musikalische Leichtigkeit versorgt - missmutig und schlecht gelaunt wird niemand aus einem EAV-Album entlassen. - Kerstin Jacobs, Nordrhein-Westfalen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ganz starkes, sehr politisches Album, unbedingt mal reinhören!,
Rezension bezieht sich auf: Neue Helden braucht das Land (Audio CD)
Die "Erste Allgemeine Verunsicherung" zeigt auf ihrem neuen Album eine textliche Tiefe, die in der deutschsprachigen Musiklandschaft nur selten vorzufinden ist. Tagesaktuell werden Themen wie die Wirtschaftskrise ("Eloise & die Krise"), der Rechtsruck durch Strache in Österreich ("Toleranz") oder gleich das gesellschaftliche Versagen ("Dummheit an die Macht") behandelt. Die intelligente Erzählstruktur hebt die Songs auf ein allgemeingültiges Fundament, die sie (wahrscheinlich) auch in zehn Jahren noch nachvollziehbar und hörbar macht.Neben "typischen" EAV-Songs ("Neue Helden", "Hypochonder", "Bitte Bier"), gibt es musikalische (für die EAV relativ neue) Ausflüge in Richtung Swing, Hardrock und afrikanischer Ethnoklangwelten. Fazit: Ein sehr politisches, deutliches Werk einer Band, die in ihrer langen Karriere zwischenzeitlich etwas die Orientierung verloren hatte, nun aber wieder trefflich auf die Verfehlungen der Jetzt-Zeit hinzuweisen vermag. Ganz starkes Album, unbedingt reinhören! Anspieltipps: "Dummheit an die Macht", "Obama", "Eloise & die Krise" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zurück zu alter Stärke,
Rezension bezieht sich auf: Neue Helden braucht das Land (Audio CD)
Nachdem mir das letzte Album nicht so gut gefallen hat, war ich erst skeptisch ob die EAV noch das Zeug zu einem richtig guten Album hat. Ein erster Blick auf die Trackliste und das Lesen der Songtexte auf der EAV-Webseite, machten mich dann aber schon neugierig wie das Gesamtwerk ausfällt.Das Fazit: Kritik an der heutigen Gesellschaft, humorvoll verpackt mit Ohrwurmcharakter! Sie sind wieder so gut wie früher! Ich hoffe dass die EAV mit diesem Album an ihre alten Erfolge anknüpfen kann. Verdient hätten sie es auf jeden Fall! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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